Stegfunk logo

Schiffsführer oder Steuermann?

Auf der Straße nennen wir sie Vorfahrtsregeln, aber auf dem Wasser sprechen wir von Ausweichregeln. Sie müssen alles tun, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Das nennt man gute Seemannschaft. So wie es für den Straßenverkehr Regeln gibt (Straßenverkehrsordnung), müssen wir auf dem Wasser die Vorschriften der Binnenschifffahrtspolizeiverordnung (Bpr) beachten. Wenn Sie das nicht tun, sind Sie grundsätzlich haftbar. Und umgekehrt: Wenn ich alles nach Vorschrift mache, bin ich dann abgesichert? Nun, nein! Im Gegensatz zum Straßenverkehr gibt es auf dem Wasser einen sehr wichtigen, so genannten offenen Standard: gute Seemannschaft. Dies ist in der Bpr in den Artikeln 1.04 und 1.05 festgelegt.

“Einfach nicht”.
Wenn man sich an die Regeln hält, ist in der Regel auch eine gute Seemannschaft vorhanden. Die Grundregeln des Ausweichens sind einfach: Der Wind weicht nach Lee, der Motor weicht dem Muskel und das Segel auch. Noch wichtiger ist, dass Sie zwar die Vorfahrt haben, sie aber niemals nehmen sollten.

Gute Seemannschaft bedeutet auch, dass Sie sich nicht in eine “Last-Minute”-Situation begeben wollen.
Aufpassen und einschätzen, was andere Wassernutzer tun, ist Pflicht und kann viele Ärgernisse verhindern. Manchmal kann man eine Situation, in der man einfach nicht weiterkommt, verhindern, indem man einfach einen Ruck macht, langsamer oder schneller fährt. In der Tat ist man ein guter Segler, wenn man es nicht an die Leine kommen lässt!

Kreuzende Schiffe.
Die Regeln für Ausweichmanöver sind besonders wichtig für sich kreuzende Schiffe. Ein klassisches Beispiel:
Ein Schiff fährt auf dem Steuerbordufer der Hauptwasserstraße und ein anderes kommt vom Steuerbordufer einer Nebenwasserstraße. Die Hauptregel ist klar: Das Schiff, das nach Steuerbord segelt, hat Vorfahrt vor den sich kreuzenden Schiffen. Aber vielleicht kennt der Skipper die Regeln nicht oder hat nicht in die Karte geschaut? In diesem Fall kann von dem Schiff, das Vorrang hat, erwartet werden, dass es Maßnahmen ergreift, um eine Kollision zu verhindern. Geschieht dies nicht, geht der gesamte Schaden mit Sicherheit nicht auf das Konto des kreuzenden Schiffes.

Mit-Haftung.
Ein eindrucksvolles Beispiel ist ein Zusammenstoß in der Nähe von Terneuzen. Die Verkehrszentrale hatte beide Schiffe über die Anwesenheit eines anderen Schiffes auf Kreuzungskurs informiert, aber keines der beiden Schiffe nahm über UKW-Funk Kontakt mit dem anderen auf.

Obwohl ein Schiff einen Fehler begangen hatte, indem es nicht auswich, entschied das Gericht, dass das Schiff, das auswich, auch für den Schaden mitverantwortlich war, und zwar zu 75-25 Prozent. Nur einige weitere Überlegungen aus Entscheidungen des niederländischen Seegerichtshofs: “Die Verfolgung der Positionen ist eine Frage der guten Seemannschaft”, “Von Reisevorbereitung kann keine Rede sein” und “Die Kursänderungen in dieser Phase scheinen nicht von guter Seemannschaft diktiert worden zu sein. Und auch der Skipper des Schnellboots, der nicht bedacht hatte, dass seine Heckwelle einem anderen Schiff Probleme bereiten könnte, wurde zur Verantwortung gezogen.

Achten Sie auch bei Segelwettbewerben immer darauf, was in den Segelregeln steht. Bei fast allen Rennen auf öffentlichen Gewässern, die nicht exklusiv abgegrenzt sind, bleibt das Bpr in Kraft. Sie müssen also immer eine gute Seemannschaft an den Tag legen, auch wenn es Sie einen Platz oder sogar den Sieg kosten kann.

Vorsichtsmaßnahmen (Art. 1.04).
“Der Schiffsführer hat auch bei Fehlen ausdrücklicher Vorschriften in dieser Ordnung alle Vorkehrungen zu treffen, die die gute Seemannschaft oder die Verhältnisse, in denen sich das Schiff oder der Verband befindet, erfordern, um insbesondere zu vermeiden: das Leben von Personen zu gefährden; Schäden an anderen Schiffen oder schwimmenden Gegenständen oder an Ufern oder an Bauwerken und Anlagen jeder Art, die sich in der Wasserstraße oder an ihren Ufern befinden, zu verursachen; die Sicherheit oder den reibungslosen Ablauf der Schifffahrt zu gefährden.”

Abweichung von den Vorschriften (Art. 1.05).
“Der Schiffsführer muss im Interesse der Sicherheit oder des reibungslosen Ablaufs der Schifffahrt (…) nach Maßgabe der guten Seemannschaft von den Bestimmungen dieser Vorschriften abweichen.”

Delen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Frits Hommersom met groene bril

“Je hebt recht op een advocaat die zegt waar het op staat!“