Waterkampioen watersport magazine

Was kann ein Abschleppen kosten?

Es kann passieren, dass man stecken bleibt und abgeschleppt werden muss. Die Umstände, unter denen dies geschieht, bestimmen den Preis, den das Bergungsunternehmen berechnet. Und auch hier gilt: Vorsicht ist geboten.

Das Auto bleibt mit rauchendem Motor am Straßenrand stehen: Kein Problem, wir rufen die Pannenhilfe. Wenn wir nicht Mitglied sind, können wir Mitglied werden und gegen einen geringen Beitrag wird uns geholfen. Aber auf dem Wasser gibt es keine Pannenhilfe. Was tun Sie also, wenn Sie unterwegs eine Panne haben? Dass Hilfe auf dem Wasser ein teurer Spaß sein kann, wenn man nicht aufpasst, hat Herr Thomasson etwas abseits auf dem Wattenmeer erfahren. Herr Thomasson dachte, er könne seine kürzlich gekaufte Dufour, ein gebrauchtes 39-Fuß-Schiff, selbst nach Dänemark segeln. Auf dem Wattenmeer lief er am Ende des Nachmittags in Sichtweite eines der Wattenhäfen auf Grund. Obwohl das Wetter angenehm war, mit Sonnenschein und einer schönen Brise, dachte Thomasson, es wäre schön, vor Einbruch der Dunkelheit im Hafen zu sein. Er fragte über Funk, ob jemand in der Nähe sei, der ihn abschleppen könne. Er erhielt eine prompte Antwort und ein farbenfrohes Motorboot, das mit „offiziell aussehenden“ Herren besetzt war, raste auf ihn zu und er wurde wieder flott gemacht. Die Kosten wurden nicht erwähnt. Bei seiner Ankunft im Hafen musste Herr Thomasson eine „allgemeine Schlepp- und Bergungsvereinbarung“ unterzeichnen, wobei jedoch keine Kosten genannt wurden. Er war daher „not amused“, als er einige Wochen später eine Aufforderung erhielt, einen Betrag von sechstausend Euro für sein Abschleppen zu zahlen! Das Bergungsunternehmen argumentierte, dass eine „Gefahr“ bestanden habe und das Unternehmen daher Anspruch auf so genannte „Beistandsgebühren“ habe. Um die finanziellen Risiken zu verstehen, die mit der Annahme der Hilfe von professionellen Bergungsunternehmen verbunden sind, werde ich hier beide Konzepte erläutern.

Das Gesetz sieht vor, dass bei Gefahr für das Schiff oder die Sicherheit der an Bord befindlichen Personen derjenige, der Hilfe leistet, Anspruch auf ein Beistandsgeld hat. Wenn keine Einigung über den Betrag erzielt wird, muss ein angemessener Betrag festgelegt werden. Gesetz und Rechtsprechung haben dafür zehn Kriterien entwickelt: 1) der Wert des Schiffes; 2) die beruflichen Fähigkeiten und Anstrengungen des Retters in Bezug auf die Umwelt (dies betrifft auch die Handelsschifffahrt); 3) das Ergebnis der Hilfeleistung; 4) die Art und Schwere der Gefahr; 5) die beruflichen Fähigkeiten des Retters in Bezug auf das Schiff, die Besatzung und die beförderten Güter; 6) die vom Retter aufgewendete Zeit, die entstandenen Kosten und etwaige Verluste; 7) das vom Retter eingegangene Haftungsrisiko; 8) die Schnelligkeit des Dienstes; 9) die Verfügbarkeit und Verwendung der für den Zweck der Hilfeleistung zur Verfügung gestellten Ausrüstung; 10) den Zustand der Bereitschaft, die Effizienz und den Wert der Ausrüstung.

Unverhältnismäßig.
Der Berger behauptet, das Schiff sei in Gefahr gewesen und die Thomasson habe einen Notruf abgesetzt, was er bestreitet. Thomasson war aber auch nicht unvernünftig und hatte dem Bergungsunternehmen einen Vorschuss in Höhe von 1.500 Euro gezahlt. Er hielt dies für eine mehr als angemessene Entschädigung für das Abschleppen des Schiffes, das in Wirklichkeit nur eine Viertelstunde gedauert hatte und bei dem ein einfaches Abziehen des Schiffes ausgereicht hätte. Außerdem fand er die sechstausend Euro völlig unverhältnismäßig im Vergleich zum Wert seines Schiffes (nämlich 33.000,00 €). Er bekräftigte auch, dass keine Gefahr bestanden habe: „Es war eine steigende Flut, das Wetter war gut und er war in Sichtweite des Hafens.“ Das Bergungsunternehmen argumentierte, dass es zwei Schiffe entsandt habe und dass die von ihm eingesetzte Ausrüstung einen solchen Anspruch rechtfertige. Thomasson entgegnete daraufhin, dass das Bergungsunternehmen die Lage genau kenne, da es das Schiff in Sichtweite habe, und dass das Auslaufen mit „voller Ausrüstung“ auf eigene Kosten und auf eigenes Risiko erfolgen müsse.

Die Diskussion wird nun vor Gericht geführt und das Gericht wird ein Urteil fällen. Es gab nur wenige Rechtsstreitigkeiten in dieser Angelegenheit, aber 2013 kam ein Bezirksrichter zu dem Schluss, dass die Rechnung eines Bergungsunternehmens in Höhe von 3.867,50 € unter Berücksichtigung aller Umstände unverhältnismäßig war und erheblich gemildert wurde, ähnlich wie in diesem Artikel. Das Abschleppen einer Bavaria vom Vrouwenzand mit einem kleinen Schlepper, das 2,5 Stunden dauerte, wurde vom Gericht mit achthundert Euro bewertet. Beide Situationen sind sich sehr ähnlich. Wir werden Sie über den Ausgang dieses Falles auf dem Laufenden halten!

Tipp: Im Gegensatz zum KNRM arbeiten die Bergungsunternehmen nicht kostenlos. Es ist ihre Arbeit. Das Thema Kosten wird oft schnell mit der Aussage abgetan, wenn man versichert ist, werden die Kosten erstattet. Dies hängt jedoch vom Versicherer ab und davon, ob die Deckung der Bergungskosten in den Versicherungsbedingungen enthalten ist. Sehen Sie sich das an! Im anderen Fall, wenn kein Sturm wütet, sondern eine mehr oder weniger „Pannenhilfe“, sollten Sie klare Vereinbarungen über die Kosten treffen, damit Sie keine unangenehmen Überraschungen erleben.

Weitere Informationen oder ältere Artikel herunterladen: : https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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