Waterkampioen watersport magazine

Vom Regen in den Tropfen.

Herr Kamminga wollte mit seiner Frau zwei Wochen lang die friesischen Gewässer genießen, und da er kein eigenes Segelboot besitzt, mietete er eines bei einem Verleih, den er im Internet gefunden hatte. Seine Wahl fiel auf ein Fellowship 27. Auf der Website des Vermieters hieß es, die Boote seien etwas veraltet, aber die Fotos zeigten, dass sie gut gepflegt waren. Die Miete und die Kaution mussten im Voraus bezahlt werden.

Klatschnass.
Bei der Ankunft im Yachthafen stellte sich jedoch heraus, dass alle möglichen Teile des gemieteten Bootes fehlten, z. B. die Spritzschutzhaube, die Cockpitbeplankung und eine Pinnenverlängerung, die alle auf der Website abgebildet waren. Aber Herr und Frau Kamminga waren wirklich schockiert, als die Kabine geöffnet wurde. Im Vorschiff, wo sie schlafen mussten, drang Wasser durch die Decksluke, der Ventilator lag lose darauf und Wasser drang durch die Kabeldurchführung des Oberlichts ein, so dass die Kissen durchnässt waren. Im Toilettenraum geschah das Gleiche, die Wassertropfen hingen an den Kabeln und durch die Feuchtigkeit hatten die Wände eine undeutliche Farbe. Es gab eine Toilette, aber niemand durfte sie benutzen. Auch im Hundekäfig lief Wasser an der Wand herunter. Außerdem befand sich ein schmutziger Schimmel an der Küchenwand, und der Kardankocher war mit einer Metallleiste an die Arbeitsplatte geschraubt, so dass sich darunter der nötige Dreck angesammelt hatte. Der Motor war so verschmutzt, dass nicht einmal der Typ bestimmt werden konnte, und in der schriftlichen Anleitung, die dem Boot beilag, wurde empfohlen, das Kühlwasser während der Fahrt regelmäßig zu überprüfen, da der Impeller ausfallen könnte… Herr Kamminga griff sofort zum Telefon und rief den Eigentümer an, um sich zu beschweren und um ein Ersatzboot zu bitten. Er erhielt jedoch keine Antwort. Der Vermieter sagte, dass ein wenig Feuchtigkeit normal sei und dass „am nächsten Tag, wenn die Sonne scheint, alles viel schöner aussehen wird“. Es überrascht nicht, dass es keine Sonne auf der Welt gab, die dieses Drama noch rosiger machen konnte, und tief enttäuscht und verärgert beschlossen die Kammingas, nach Hause zu fahren – der kürzeste Urlaub aller Zeiten. In der anschließenden E-Mail behauptete der Vermieter, dass alles in Ordnung sei und es nur kleinere Undichtigkeiten gebe. Es bestand keine Gefahr eines Kurzschlusses. Von der gezahlten Miete und Kaution wurde nur letztere zurückerstattet.

Wie kann man solches (einerseits kleines, andererseits großes) Leid verhindern?

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Überprüfen Sie den Vermieter.
In diesem Fall stellte sich heraus, dass der Vermieter weder Mitglied z.B. des Streitschlichtungsausschusses für die Wasserfreizeit noch Mitglied des HISWA oder der NJI war. Die Mitgliedschaft in einem solchen Branchenverband bedeutet nicht, dass das Unternehmen per definitionem ein tadelloses Produkt/eine tadellose Dienstleistung anbietet, aber die allgemeinen Geschäftsbedingungen enthalten klare Bestimmungen für den Fall von Beschwerden und eine Streitbeilegung. Der Ausschuss für Streitigkeiten im Bereich der Wasserfreizeiten hat seinen Sitz in Den Haag. Wenn ein Unternehmer allgemeine Geschäftsbedingungen verwendet, in denen die Streitbeilegung enthalten ist, können Sie alle möglichen Themen (nicht nur diese Angelegenheit) dieser Kommission vorlegen, z. B. eine Diskussion mit einem Makler über seine Dienstleistungen oder darüber, wie ein Schiffszimmermann seine Arbeit ausgeführt hat. Das Streitbeilegungsverfahren ist besonders hilfreich, wenn das finanzielle Interesse relativ gering ist, da der Streit auf zugängliche Weise (und auch ohne Einschaltung eines Anwalts) einer unabhängigen Stelle vorgelegt und ein Urteil erwirkt werden kann. Schließlich werden Sie nicht wegen 750 oder 1000 Euro den Rechtsweg beschreiten, aber Ihr Urlaub ist ruiniert, und Sie möchten eine gewisse Genugtuung dafür haben. Für den angeschlossenen Unternehmer ist die Entscheidung des Ausschusses in Form einer so genannten verbindlichen Stellungnahme bindend.

Machen Sie Fotos.
Sollte es zu einer solchen Situation kommen, beschweren Sie sich zumindest schriftlich/per E-Mail beim Vermieter und stellen Sie sicher, dass Sie mit Bildern beweisen können, was für ein Drama es war. Und schließlich: Wenn Sie die Möglichkeit haben, den Hafen/das Schiff vorher zu besichtigen, tun Sie das, dann wissen Sie, worauf Sie sich einlassen. Das nächste Mal wird Herr Kamminga das nicht mehr zulassen!

Ich möchte die Aufmerksamkeit des Lesers auf Waterkampioen 1 von 2013 lenken, in dem ich die Haftungs-/Versicherungsfragen beim Mieten eines Sportbootes beschreibe.

Für weitere Informationen oder zum Herunterladen älterer Artikel: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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Frits Hommersom met groene bril

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