Waterkampioen watersport magazine

Auf den Winter vorbereitet, aber dennoch beschädigt

Jedes Jahr sorge ich dafür, dass mein Boot gut für den Winter vorbereitet ist. Ich habe das Schiff komplett winterfest gemacht, um es vor den Elementen zu schützen. Im letzten Winter musste ich mit Schrecken feststellen, dass der Motor doch einen Frostschaden erlitten hatte. Das bedeutete Reparaturkosten von über 6.000 Euro. Mein Versicherer hat inzwischen erklärt, dass er diesen Betrag nicht erstatten wird. Ist das richtig?

Wassersportanwalt Frits Hommersom: „Der Antrag beim Versicherer wurde mit Hinweis auf die Versicherungsbedingungen abgelehnt, in denen es heißt: ‚Die Einwinterung muss von einem anerkannten Fachbetrieb durchgeführt werden, andernfalls ist die Deckung für Frostschäden ausgeschlossen‘. Also ja: Die Versicherungsgesellschaft, der das Boot von Frau Huizinga gehört, ist im Recht und muss nicht für den Frostschaden am Motor aufkommen.

Leider ist Frau Huizinga nicht die einzige, die eine solche unangenehme Überraschung erlebt oder erleben könnte. Deshalb werde ich im Folgenden einige Beispiele nennen, in denen die Deckung von Frostschäden verweigert wurde, und Tipps geben, wie man solche Enttäuschungen in Zukunft vermeiden kann. Herr Lenstra hatte sein Segelschiff am Ende der Segelsaison einer Werft für einige Wartungsarbeiten übergeben. Er sagte mündlich zu, dass die Werft auch sein Boot winterfest machen würde. Im Frühjahr hupte der Motor nur noch ein wenig, stieß schwarzen Rauch aus und gab dann den Geist auf. Das bedeutete einen Verlust von mehreren Tausend Euro. Keine Panik, dachte Lenstra, ich habe meine Versicherungsbedingungen sorgfältig gelesen und das Boot von einem Fachmann winterfest machen lassen. Der Versicherer verlangte daraufhin einen Nachweis, woraufhin Lenstra seine Rechnung hervorholte. Der spezifische Posten „Überwinterung“ war in der offiziellen Rechnung nicht enthalten. Auf Nachfrage bestritt die Werft kategorisch, dass eine Überwinterung vereinbart worden war. Daher konnte Herr Lenstra nicht nachweisen, dass er sein Schiff von einem Fachmann winterfest machen ließ, was ihm einen bitteren Beigeschmack hinterließ.

Ein Haufen Schnee.
Ein weiteres Beispiel: Herr De Vries hatte vor dem Winter alles richtig gemacht: Eine professionelle Firma hatte sich um die Wintervorbereitung gekümmert, und er hatte auch eine ordentliche Rechnung, auf der dies beschrieben war. Er hatte das Boot, ein wunderschönes halboffenes Vlet, über den Winter draußen vertäut. Das Schiff war außerdem mit einer Plane abgedeckt. Im Frühjahr fuhr De Vries gut gelaunt in den Hafen, um festzustellen, dass sein schöner Kahn voll Wasser war, was katastrophale Folgen für einen Teil des Inhalts und den Motor hatte. Eine Rekonstruktion ergab, dass es viel Schneefall gegeben hatte und dass die Plane unter dem Druck zusammengebrochen war. Nach dem Frost hatte sich der Schnee in Wasser verwandelt und seine verheerende Wirkung entfaltet. Die Forderung an den Versicherer wurde unterkühlt mit der Begründung wiederholt, sie sei wegen „unzureichender Sorgfalt“ abgelehnt worden. Nach Ansicht des Versicherers hatte De Vries das Schiff zwar fachgerecht und ordnungsgemäß winterfest machen lassen, aber er hatte auch eine Sorgfaltspflicht, das Schiff in der Zwischenzeit zu inspizieren, vor allem in Anbetracht der extremen Witterungsbedingungen in diesem Winter. Obwohl der Versicherer schließlich aus Höflichkeit einen Teil des Schadens ersetzte, trug Herr De Vries selbst die Hauptlast des Schadens.

Was können wir aus diesen Vorfällen lernen?
(Fast) alle Versicherer haben eine „Ausschlussklausel“ für Frostschäden, wenn die Wintervorbereitung nicht von einem professionellen Unternehmen durchgeführt wurde. Egal, wie gut, geschickt und vorsichtig Sie sind, lassen Sie dies immer von einem Fachmann erledigen. Vergewissern Sie sich außerdem, dass Sie eine Rechnung erhalten, aus der hervorgeht, dass die Arbeiten tatsächlich durchgeführt wurden. Dies hilft Ihnen nicht nur bei der Geltendmachung Ihres Anspruchs gegenüber der Gesellschaft, bei der Sie Ihr Boot versichert haben, sondern hält auch den Weg frei, um die Gesellschaft haftbar zu machen, die die Arbeiten nicht ordnungsgemäß ausgeführt hat. Denken Sie auch nicht, dass Sie sich zurücklehnen können, wenn Sie Ihre Yacht für den Winter vorbereitet haben. Genau wie im Sommer auf dem Wasser besteht auch im Winter eine Sorgfaltspflicht, um das Schiff vor Schäden zu schützen.“

Weitere Informationen oder ältere Artikel herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

 

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Frits Hommersom met groene bril

"Sie haben das Recht auf einen Anwalt, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen!

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