Waterkampioen watersport magazine

Sie malen mit einem breiten Pinsel.

Han Joosten wollte seine Stahlmotorjacht lackieren lassen. Es wurden lediglich mündliche Vereinbarungen über den Stundensatz und einen globalen Zeitplan getroffen. Dies kam Joosten teuer zu stehen.

Joosten erhielt einen Kostenvoranschlag über 20.000 Euro für die Lackierung des gesamten Rumpfes und der Aufbauten seiner Stahlmotorjacht. Er beschloss, das Angebot nicht anzunehmen und wählte einen anderen Malerbetrieb. Es wurde vereinbart, die Aufbauten bis auf den Stahl abzubauen und mit Epoxy-Materialien wieder aufzubauen sowie den Rumpf und das Unterwasserschiff neu zu streichen. Joosten und der Maler vereinbarten außerdem einen Stundensatz von 40 €. Alle diese Vereinbarungen wurden mündlich getroffen. Der Maler benötigte etwa zwei Monate und begann seine Arbeit im November 2010.

Die Monate vergingen, und es war nicht klar, wann die Arbeiten abgeschlossen sein würden. Mitte Juni 2011 teilte Joosten dem Maler mit, dass das Projekt überhaupt nicht vorankomme. Da ihm die Rechnungen über den Kopf wuchsen, bat er den Maler um einen Kostenvoranschlag für die restlichen Arbeiten. Und da er keinen Einblick mehr in die Arbeit hatte, für die Rechnungen verschickt wurden, verlangte Joosten auch eine genaue Auflistung der geleisteten Stunden. Zu seiner Enttäuschung stellte sich heraus, dass eine Lackierung, die ihn 20.000 Euro kosten sollte, mehr als 31.000 Euro kostete. Auf Nachfrage urteilte ein Experte, dass die Spezifikationen (vorsichtig ausgedrückt) großzügig formuliert worden seien. Nach Angaben des Sachverständigen dürfte der Auftrag maximal rund 22.000 Euro kosten. Da Joosten in der Zwischenzeit bereits Zweifel an der Richtigkeit der Stundenangaben hatte und er in der Gegend wohnt, hatte er sich vor dem Gebäude postiert und sein Schiff zu verschiedenen Tageszeiten fotografiert, um die angegebenen Stunden und Tage vergleichen zu können. Joosten kalkulierte 423 Arbeitsstunden, was inklusive Material und Mehrwertsteuer einen Betrag von 24.000 Euro angemessen erscheinen ließ. Dies ergab eine Differenz von 7.000 Euro (!). Der Maler lehnte das Angebot von 24.000 Euro ab, woraufhin sich Joosten an Hommersom wandte. Herr Hommersom wandte sich an den Maler wegen der (zu) langen Dauer der Arbeiten, der im Verhältnis zum Auftragsumfang unangemessenen Rechnungsstellung, der Vorlage falscher Stundenaufstellungen und – wegen des langsamen Fortschritts der Arbeiten – des Verpassens einer Segelsaison. Der Maler antwortete, dass sich die Yacht in einem schlechten Zustand befand, dass viel Arbeit nötig war, um die Aufbauten vorzubereiten, und dass er Joosten gesagt hatte, dass er mit einem Betrag zwischen 25.000 und 30.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) rechnen müsse. Bezüglich der Dauer der Arbeiten erklärte der Maler, dass diese einfach sehr viel Arbeit erforderten und er Joosten darüber informiert habe. Kurz gesagt: eine „Ja-Nein“-Diskussion. Schließlich war die Arbeit nur mündlich besprochen worden und die einzige konkrete Vereinbarung war ein Stundensatz von 40 Euro. Alles andere wurde offen gelassen. Ein Gerichtsverfahren wäre sehr teuer, da ein Sachverständiger ein Gutachten über die Angemessenheit der Arbeiten erstellen müsste. Joosten müsste für alle seine Behauptungen Beweise vorlegen, und das war schwierig, wenn nicht gar unmöglich, weil nichts zwischen den Parteien schriftlich festgehalten wurde! Da sich der Maler inzwischen auf das Zurückbehaltungsrecht berufen hatte, befand sich Joosten ebenfalls in einem Würgegriff (in diesem Fall das Recht des Malers, das Boot erst nach Zahlung herauszugeben, siehe auch den Artikel darüber in Waterkampioen 9/10, 2011). Schließlich beschloss Joosten, den Maler (unter Protest) zu bezahlen.

Rechtzeitige Warnung
Wie kann man solche Situationen verhindern? Ganz einfach: Fordern Sie vorab einen detaillierten Kostenvoranschlag an, in dem der Stundensatz, der genaue Umfang und die Art der auszuführenden Arbeiten angegeben sind. Diese Vereinbarungen fallen unter die Definition des Begriffs „Werkvertrag“. Artikel 7:752 des Bürgerlichen Gesetzbuchs besagt: „Ist der Preis bei Vertragsabschluss nicht festgelegt worden oder wurde nur eine Preisempfehlung ausgesprochen, schuldet der Kunde einen angemessenen Preis.“ In Absatz 2 heißt es, „dass ein empfohlener Preis nicht um mehr als zehn Prozent überschritten werden darf, es sei denn, der Auftragnehmer hat den Auftraggeber rechtzeitig gewarnt“. Leider war dies im Fall von Herrn Joosten nicht der Fall, so dass er „den Göttern ausgeliefert“ war.

TIPP Achten Sie immer darauf, dass Sie ein konkretes und gut spezifiziertes, schriftliches Angebot/Kostenvoranschlag haben. Der Auftragnehmer muss sich gute Argumente einfallen lassen, wenn er Ihnen eine Überschreitung des Budgets um mehr als 10 % in Rechnung stellen will!

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

Teilen

Frits Hommersom met groene bril

"Sie haben das Recht auf einen Anwalt, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen!

Cookies werden verwendet, um die Benutzerfreundlichkeit der Website zu optimieren. Mit dem Besuch dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutz- und Cookie-Erklärung einverstanden.