Waterkampioen watersport magazine

Sich nicht rechtzeitig zu beschweren, ist ein Overkill!

Leider kommt es vor, dass sich ein gekauftes Schiff im Nachhinein als mangelhaft herausstellt. Juristisch ausgedrückt: „dass das, was geliefert wurde, nicht der Vereinbarung entspricht“. Wenn Sie einen Mangel entdecken, sollten Sie nicht zu lange warten, um ihn dem Verkäufer zu melden.

Herr Lumière kaufte eine bescheidene gebrauchte Motoryacht aus den 1970er Jahren mit einer Länge von etwa 10 Metern von einem Privateigentümer für etwa 25.000 Euro. Herr Lumière führte keine Besichtigung durch, sondern verließ sich auf die lobenden Worte des Verkäufers. Kurz nach der Überführung stellte sich heraus, dass der Motor nicht richtig funktionierte und überhitzte. Lumière beschwerte sich beim Verkäufer, der eine Reparatur auf eigene Kosten durchführen ließ, woraufhin Lumière das Boot Ende Juni 2015 zurücknahm. Anfang Oktober 2015 teilte Lumière dem Verkäufer mit, dass der Motor doch nicht richtig funktioniere und sich wieder erhitze. Während der Wintervorbereitung stellte sich heraus, dass keine Kühlflüssigkeit mehr im Motor war. Die Antwort von Lumière auf diese Beschwerde war, dass der Verkäufer der Meinung war, er habe alles getan, was vereinbart worden war, und dass das Buch für ihn abgeschlossen sei. Lumière akzeptierte dies nicht und verklagte den Verkäufer.

Zu seiner großen Enttäuschung wies das Bezirksgericht seine Ansprüche jedoch zurück. Das Gericht befand, dass Lumière seiner „Rügepflicht“ nicht nachgekommen sei und sich daher nicht mehr auf sein Recht berufen könne, dass der gelieferte Motor nicht vertragsgemäß sei. Als vernünftiger Gläubiger hätte man von Lumière erwarten können, dass sie nach der Durchführung der Reparaturarbeiten untersucht, ob das Problem tatsächlich behoben wurde. Die Tatsache, dass Lumière zwischen Juni und Oktober überhaupt nicht mit dem Schiff gefahren war und daher die Kühlprobleme nicht entdecken konnte, spielte für das Gericht keine Rolle. Er hätte die Reparatur bei der Übernahme des Schiffes ordnungsgemäß prüfen müssen. Für Lumière war dies ein trauriger Fall, der ihn letztlich viel Geld kostete.

Geschulte Zeit.
Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, rechtzeitig zu reklamieren, auch wenn Sie noch nicht sicher sind, ob etwas nicht stimmt, aber vielleicht einen Verdacht haben (der Motor raucht noch oder läuft unregelmäßig usw.). Das Gesetz sieht in 6:89 BW eine sogenannte allgemeine Rügepflicht/-frist vor: „Der Gläubiger kann sich auf einen Mangel nicht mehr berufen, wenn er ihn nicht innerhalb einer angemessenen Frist, nachdem er den Mangel entdeckt hat oder vernünftigerweise hätte entdecken müssen, gegenüber dem Schuldner gerügt hat.

Hier kommen eigentlich zwei Fristen ins Spiel:
a.) den Prüfungszeitraum, der in
b.) eine Meldefrist, die sogenannte echte Beschwerdefrist.

Was ist darunter konkret zu verstehen? Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass der Käufer/Kunde bei Erhalt einer gelieferten Ware nicht automatisch davon ausgehen darf, dass die Ware in Ordnung ist.  Stellt sich bei einer Beanstandung nachträglich heraus, dass der Mangel bei einer „vernünftigerweise zu erwartenden“ Untersuchung hätte entdeckt werden müssen, hat die Beanstandungsfrist bereits begonnen, bevor der Mangel tatsächlich entdeckt wurde.

Zwei Monate.
Bei Verträgen zwischen Privatpersonen gibt es keine festen Fristen, innerhalb derer Sie eine Beschwerde einreichen müssen, aber die gesetzlichen Bestimmungen über den so genannten „Verbraucherkauf“ bieten einige Anhaltspunkte. Handelt es sich bei dem Käufer um einen „echten“ Verbraucher und bei dem Verkäufer um einen Gewerbetreibenden, so sieht Artikel 7:23 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs vor, dass die Reklamation unverzüglich angezeigt werden muss und dass eine Frist von zwei Monaten nach Feststellung in jedem Fall rechtzeitig ist. Diese Zweimonatsfrist ist kein Durchschnittswert, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Aber die wichtigste Regel ist: Wenn Sie als Verbraucher etwas bei einem Fachbetrieb kaufen und/oder reparieren lassen, beginnt die Reklamationsfrist, sobald Sie den Mangel tatsächlich entdeckt haben oder hätten entdecken können. Darüber hinaus haben Sie glücklicherweise in der Regel eine Garantiezeit. Innerhalb dieses Zeitraums wird vom Verkäufer erwartet, dass er alle Beanstandungen vorbehaltlos bearbeitet und/oder behebt.

TIPPS: Ob Sie einen Vertrag mit dem Verbraucher abgeschlossen haben oder nicht, es ist wichtig, dass Sie bei der Übergabe Ihres Bootes oder bei den durchgeführten Arbeiten nicht zu passiv sind. Prüfen Sie stets sorgfältig, ob die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt wurden. Wenn Sie nicht über das nötige Fachwissen verfügen, lassen Sie die Arbeiten von einem Experten überprüfen. Und wenn etwas nicht stimmt, setzen Sie die andere Partei schriftlich (per E-Mail) in Verzug. Dann haben Sie den Beweis, dass Sie sich rechtzeitig beschwert haben.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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