Waterkampioen watersport magazine

Schäden, die durch das Losbrechen eines fremden Bootes verursacht werden

Während des Sturms vom 3. Januar wurden in Urk mehrere Yachten beschädigt. Der Grund dafür war, dass die dort vertäute „Arche Noah“ abgetrieben war und gegen die Boote stieß. Und das, so habe ich gelesen, hatte etwas mit Pollern zu tun, die aus dem Kai herausgebrochen waren. Glücklicherweise entstand nur ein Sachschaden. Aber wie und von wem erhalten Sie in einem solchen Fall Schadenersatz, wenn es sich um Ihr Boot handelt?

Für viele Wassersportler ist es ein Horrorszenario: Man hat alles getan, um sein Boot sicher zu vertäuen, und dann kommt es zu einem Schaden, weil sich das Boot eines anderen gelöst hat. Aber für diejenigen, die gut versichert sind, und das sind die meisten Jachteigentümer, muss dies nicht zu einem finanziellen Drama werden.

Die Schadenregulierung durch Ihre Versicherungsgesellschaft erfolgt in zwei Phasen. Zum einen geht es um die Bewertung und Zahlung des Schadens und zum anderen um die mögliche Rückforderung des Schadens von der haftbaren Partei. Nachdem Sie den Schaden Ihrem Versicherer gemeldet haben, schickt dieser in der Regel einen Sachverständigen, der den Schaden und die Reparaturkosten beurteilt. Bei dieser Einschätzung des Schadens kann der so genannte „Abzug neu für alt“ zum Tragen kommen. Wenn zum Beispiel Ihr Mast kaputt ist, der aber schon fünfzehn Jahre alt ist, wären Sie „besser dran“, wenn Sie Geld für einen komplett neuen Mast erhalten würden. Das Alter wird also berücksichtigt, es sei denn, Sie haben eine Versicherung, die auf der Grundlage des Neu-/Kaufwerts zahlt. Sie sollten die Versicherungsbedingungen prüfen.

Der Gutachter untersucht in der Regel auch sofort die Ursache des Schadens. In dem von Frau van der Zee genannten Fall handelt es sich um ein „äußeres Unglück“, und ein dadurch verursachter Zusammenstoß ist durch die Versicherung gedeckt. Damit ist die Angelegenheit für die betroffene Person erledigt.

Nachdem der Versicherer gezahlt hat, möchte er bei dieser Art von „Gewinnausfall“ wissen, ob er den von ihm gezahlten Schaden von dem Verursacher zurückfordern kann. Das Kollisionsrecht sieht vor, dass ein Verschulden vorliegen muss, um eine Haftung zu begründen. Im Falle eines Unfalls oder höherer Gewalt besteht keine Haftung. In der Rechtsprechung wird von „Verschulden des Schiffes“ gesprochen, wenn ein Fehler von einer Person begangen wurde, für den der Eigentümer des Schiffes haftet, oder weil das Schiff unter den gegebenen Umständen nicht den Anforderungen entsprach, die man von ihm erwarten konnte (ein Mangel). Eine verschuldensunabhängige Haftung für Schäden ist uns nicht bekannt. Jemand ist nicht haftbar, weil er zufällig der Eigentümer des Schiffes ist, das den Schaden verursacht. Ein Fehler oder Mangel muss nachgewiesen werden.

Eine Berufung auf höhere Gewalt wegen des Sturms wird nicht so schnell Erfolg haben, denn es hätte eigentlich Windstärke 12 oder mehr herrschen müssen. Es sollte daher untersucht werden, wie das Schiff auseinanderbrechen konnte. Stellt sich beispielsweise heraus, dass bei der Sicherung des Schiffes unzureichende Vorkehrungen getroffen wurden, kann das Schiff dafür verantwortlich gemacht werden, und die Haftung liegt beim Eigner. Er hätte doppelt sichern oder nicht quer zum Wind anlegen sollen! Wenn das Schiff ordnungsgemäß vertäut war, aber die Poller am Steg oder am Ufer nicht gut genug verankert waren, um das Schiff an seinem Platz zu halten, und sich deshalb lösten, dann haben diese Poller nicht die angemessenen Anforderungen erfüllt. In diesem Fall kann ein Fehler seitens der für den Kai, die Mole oder den Hafen zuständigen Hafenbehörde vorliegen. Sie hätten die Poller besser kontrollieren oder warten müssen. Die Hafenbehörde wiederum liegt in der Regel in der Verantwortung einer Gemeinde.

Die Schadensuntersuchung wird zeigen, was die so genannte „am weitesten entfernte Ursache“ für das Auslösen des Schiffes war. Auf der Grundlage dieser Informationen wird ein Versicherer einen Haftpflichtanspruch gegen den Eigentümer und/oder die Gemeinde geltend machen. Kann keine gütliche Einigung erzielt werden, wird die betreffende Partei auf Schadensersatz verklagt. Glücklicherweise müssen Sie sich als Versicherter darüber keine Gedanken machen. Ihr Schaden wird in jedem Fall ersetzt, so dass Sie in der nächsten Saison wieder segeln können.

Weitere Informationen oder ältere Artikel herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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