Waterkampioen watersport magazine

Rütteln an der Kausalkette!

Herr Plesman fand heraus, dass ein Schaden manchmal mehrere Ursachen haben kann. Es kann sich lohnen, herauszufinden, was die Ursache ist.

Herr Plesman kaufte vor einigen Jahren im November eine 42-Fuß-Segelyacht einer bekannten Marke von einem ebenso bekannten Importeur/Händler. Der Händler garantierte ihm, dass die gesamte Ausrüstung an Bord funktionstüchtig geliefert wurde. Im Januar des neuen Jahres entdeckte Plesman, dass seine Jacht bis zu den Decksluken unter Wasser stand. Es stellte sich heraus, dass das Kühlwasser in der Klimaanlage eingefroren war und den Versorgungsschlauch von der Tülle gedrückt hatte. Der Kugelhahn zwischen der Rumpfdurchführung und dem Versorgungsschlauch der Klimaanlage war nicht abgedichtet, so dass nach dem Abtauen eine offene Verbindung entstand und Wasser ungehindert in das Schiff fließen konnte. Was sagte der Sachverständige des Versicherers: „Wäre der Kugelhahn geschlossen gewesen, wäre kein Wasser über die Klimaanlage eingedrungen und es hätte keinen Schaden gegeben.“ Klingt logisch, denken Sie, aber das war nicht die ganze Geschichte. Um die Katastrophe komplett zu machen, war die Bilgepumpe nicht eingeschaltet worden. Das Schiff wurde überflutet, was katastrophale Folgen hatte. Diese Bilgepumpe erwies sich als defekt.
Dies ist ein perfektes Beispiel für eine Situation, in der eine Kette von Ereignissen zu dem endgültigen Schaden geführt hat. Jede dieser Verbindungen hat ihre eigene Rolle gespielt. Wäre die Klimaanlage ordnungsgemäß winterfest gemacht worden, hätte es kein Einfrieren gegeben und der Schlauch hätte sich nicht von der Tülle gelöst. Wäre das Absperrventil geschlossen gewesen, hätte nach dem Frost kein Wasser eindringen können. Hätte die Lenzpumpe richtig funktioniert, wäre das Wasser abgepumpt worden und das Schiff wäre nicht gesunken.
Weit entfernt Im Versicherungsrecht gilt die Doktrin der am weitesten entfernten Ursache. Es wird nach der am weitesten entfernten Ursache gesucht, die als Ursprung der Kette von Ereignissen gilt, die zu dem Schaden führen. Wie war die Situation hier? Plesman erklärte, er habe sich bei der Vorbereitung der Yacht auf den Winter an das Handbuch der Yacht gehalten. Diese besagte, dass bei Frost die Ventile geöffnet sein müssen! Bei einer ordnungsgemäß winterfest gemachten Klimaanlage gibt es kein Restwasser, das einfrieren kann. Und wenn die Lenzpumpe nicht defekt gewesen wäre, wäre das Schiff nicht gesunken. Die beiden letztgenannten Gründe lagen außerhalb der Kontrolle von Plesman. Schließlich hatte er das Schiff in diesem Zustand mit der Garantie gekauft, dass die gesamte Ausrüstung in einwandfreiem Zustand geliefert werden würde. In einer solchen Situation ist es offensichtlich, dass ein Händler und ein Versicherer aufeinander oder auf Herrn Plesman verweisen werden. In diesem Fall hätte Plesman gute Aussichten auf Erfolg gehabt, wenn er den Händler haftbar gemacht hätte. Da in der Kette des so genannten Kausalzusammenhangs das Versäumnis, die Lenzpumpe in Gang zu setzen, als letzte Ursache angesehen werden kann und die Schlussfolgerung gerechtfertigt ist, dass das Schiff nicht gesunken wäre, wenn die Lenzpumpe in Gang gesetzt worden wäre (oder der Schaden auf jeden Fall wesentlich geringer gewesen wäre), und dass, wenn die Klimaanlage ordnungsgemäß winterfest gemacht worden wäre, nichts mit den offenen Ventilen passiert wäre, war der Händler logischerweise die haftbare Partei. Plesman entschied sich jedoch dafür, seinen Schaden bei seiner Versicherung geltend zu machen, die schließlich zahlte. Dadurch wurde ein kostspieliges und kompliziertes Verfahren mit Beweisproblemen vermieden. Vergewissern Sie sich, dass Sie immer ein vollständiges Bild davon haben, wie der Schaden entstanden ist. Manchmal sind verschiedene Parteien für verschiedene Ursachen verantwortlich!

Und dann gibt es noch etwas anderes.
Kürzlich wurde höchstrichterlich entschieden, dass Ihr Rechtsschutzversicherer verpflichtet ist, Ihnen in allen Fällen die freie Wahl des Anwalts zu ermöglichen. Zuvor galt dies nur, wenn eine „obligatorische rechtliche Vertretung“ (d. h. ein „echter“ Anwalt) erforderlich war. Nun gilt auch für Fälle, die vor dem Kantonsrichter hängig sind, dass der Versicherer Sie nicht mehr mit einem eigenen Anwalt abspeisen darf. Dies gilt nicht nur für nautische Fälle, sondern für alle Rechtsgebiete.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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Frits Hommersom met groene bril

"Sie haben das Recht auf einen Anwalt, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen!

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