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Neu für alt.

Sie sind versichert, damit Sie nicht für den Schaden aufkommen müssen, den Sie anderen zufügen, und damit Sie für den Schaden, den Sie selbst erleiden, bezahlt werden. Einfach, nicht wahr? Manchmal ist die Feststellung dieses Schadens nicht so einfach, wie Herr Van Woerden bei seinem Streit über die Klausel „Abzug neu für alt“ feststellen musste.

Das Gesetz sagt: „Wenn dasselbe Ereignis dem Geschädigten neben dem Schaden einen Vorteil verschafft, so ist dieser Vorteil, soweit zumutbar, bei der Bestimmung des zu ersetzenden Schadens zu berücksichtigen. Dies ist der so genannte Entschädigungsgrundsatz: Der Schadensverursacher muss nicht mehr als den tatsächlich entstandenen Schaden bezahlen. So darf sich ein Versicherter durch eine Entschädigungszahlung nicht eindeutig verbessern.

Das Gericht hat es so beschrieben: Grundsätzlich besteht ein Recht auf Abzug der Reparaturkosten im Verhältnis zum Alter des Gegenstandes zu seiner erwarteten Lebensdauer. Es handelt sich also um eine Art Abschreibungssystem, bei dem berücksichtigt wird, wie alt der Gegenstand war, als er beschädigt wurde oder ersetzt werden musste, und wie hoch die realistische Restlebensdauer war. Es lohnt sich also, kritisch nachzufragen, wie der Versicherer zu seiner Berechnung gekommen ist. Es gibt auch einige Versicherer, die keinen Abzug für neu für alt vornehmen und z. B. nur den Neuwert eines Mastes auszahlen.

Arbeitskosten.
Doch nun Herr Van Woerden: Durch eine Unachtsamkeit erleidet er einen Lackschaden an seiner Motoryacht. Er meldet seinen Schaden dem Versicherer, der daraufhin einen Sachverständigen schickt, um den Schaden zu bewerten. Der Gutachter berichtet, dass der Lackschaden durch Schleifen, Grundieren, Spachteln, Vorstreichen und Neulackieren der Steuerbordseite des Rumpfes behoben werden muss. Die Kosten – Arbeit und Material – beziffert er auf 1.500 €. Ohne jede Erklärung nahm der Gutachter dann einen Abzug von 40 Prozent für die neue Lackierung vor und kam so auf einen Abzug von 600 Euro.

Das war zu viel für Herrn Van Woerden. Er stellte zu Recht fest, dass sich die Versicherungsbedingungen zwar auf die Reparaturkosten beziehen, aber auch besagen, dass der Abzug „neu für alt“ nur für die Materialkosten und nicht für die Arbeitskosten gilt. Auf Nachfrage erfuhr Van Woerden, dass der Bericht von 160 € für Materialkosten und 1.340 € für Arbeitskosten ausging. Van Woerden war der Meinung, dass nur 64 € abgezogen werden sollten, d. h. 40 % der Materialkosten und nicht 600 €. Van Woerden wandte sich an KiFid (das Beschwerdeinstitut für Versicherer) und bekam Recht. Der Versicherer nahm seine Schritte zurück, räumte seinen Fehler ein und zahlte den Restbetrag von 536 Euro aus.

Was lehrt uns das?
Prüfen Sie, was in Ihrer Police über den Abzug „neu für alt“ steht. Wir alle wissen, dass es der teure Stundenlohn ist, der am meisten zu einer Forderung beiträgt, daher ist es wichtig zu wissen, dass davon kein Abzug gemacht werden kann. Das ist nicht unvernünftig. Egal, ob Sie einen alten oder einen neuen Mast montieren, die Arbeit bleibt die gleiche. Dies kommt Ihnen als Geschädigtem nicht zugute und Sie sollten daher nicht benachteiligt werden. Herr Van Woerden war sehr vorsichtig und hat sich nicht über den Tisch ziehen lassen, und er hat dafür bezahlt. Im Übrigen hat der betreffende Versicherer die Situation noch verschlimmert. Sie hat die alte Unterscheidung zwischen Arbeits- und Materialkosten aus ihren Versicherungsbedingungen gestrichen, was Sie als Versicherten auf eine falsche Fährte führt und es schwieriger macht, zu erkennen, worauf Sie einen Anspruch haben. Während also die gesamte Branche nach Transparenz ruft, geht dieses Unternehmen den entgegengesetzten Weg, nämlich das Kleingedruckte um des Profits willen.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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