Waterkampioen watersport magazine

Kaufprüfung durchgeführt.

Herr De Blok hat sein Boot einer Kaufprüfung unterzogen. Eineinhalb Jahre später dringt das Wasser vom Dach durch die Fenster des Steuerhauses ein. Kann er vom Gutachter Rechtsmittel einlegen?

Das Dach des Steuerhauses der Motoryacht von Herrn De Blok erweist sich nach der Demontage als voller Wasser. Nach Ansicht des Versicherungssachverständigen hätte der Schaden bereits bei der Kaufuntersuchung festgestellt werden müssen. Herr De Blok macht vor der Geschillencommissie Waterrecreatie geltend, dass der Kaufsachverständige das Dach nicht besichtigt und keine Feuchtigkeitsmessungen vorgenommen habe und dass im Gutachten nichts über das Dach erwähnt werde. Er fordert 7.000 € Schadenersatz. Zu seiner Verteidigung erklärt der Besichtiger, dass er bei einer Inspektion die Außenseite über den Decks sorgfältig untersucht und, soweit sie zugänglich ist, mit einem Gummihammer auf die Decks und Dächer schlägt und den Feuchtigkeitsgehalt misst. Wäre der Mangel tatsächlich beim Kauf vorhanden gewesen, hätte er ihn bemerkt. Außerdem befragt er zu Beginn einer Inspektion immer alle Beteiligten, ob sie von Schäden, Mängeln und/oder Unfällen am Boot wissen. Er erklärte, der Verkäufer habe nichts über das Dach gesagt. Blok erklärte jedoch, dass der Verkäufer bei der Inspektion erwähnt hätte, dass das Dach des Salons schwächer geworden sei. Der Gutachter bestreitet dies. Er bestreitet auch die Schlussfolgerung des Versicherungssachverständigen, dass der Mangel bereits zum Zeitpunkt des Kaufs bestanden hätte.

Ein vom Konfliktausschuss bestellter Sachverständiger stellt fest, dass das Dach des Steuerhauses eine Polyester-Sandwich-Konstruktion ist und jede Schraube, die in ein solches Laminat gedreht wird, zu Undichtigkeiten führen kann. Das Kernmaterial von Balsaholz ist sehr empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Wenn es nass bleibt, weil das Wasser nicht entweichen kann, wird es verrotten und abblättern. Der Sachverständige kam zu dem Schluss, dass das Schiff zwei strenge Winter lang im Freien gelegen hatte und sich daher Feuchtigkeit ansammeln konnte. Im Nachhinein lässt sich daher nicht feststellen, ob die Feuchtigkeit bereits zum Zeitpunkt des Kaufs im Dach vorhanden war. Da sich die Parteien widersprechen, schließt sich der Ausschuss den Schlussfolgerungen des Sachverständigen an: Die beiden strengen Winter im Freien könnten das Problem verursacht haben. Die Forderung von De Blok – und damit auch die Versicherungsforderung – wurde abgelehnt. Schließlich vertrat der Ausschuss die Auffassung, dass die Forderung gegen den Sachverständigen gemäß Artikel 5 Absatz 8 der HISWA-Bedingungen verjährt sei, da sie mehr als ein Jahr nach dem Kauf eingereicht wurde.

Ein Besichtiger, den Sie beim Kauf eines Schiffes beauftragen, ist nach bestem Wissen und Gewissen tätig und nicht verpflichtet, ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Das bedeutet, dass der Besichtiger eine Besichtigung nach bestem Wissen und Gewissen durchführen muss, aber nicht unbedingt für Mängel haftet, die er übersehen hat. In der Regel reserviert er die Teile, die nur mit dem Auge geprüft werden können. Er wird zum Beispiel niemals Löcher bohren, weil er das Schiff damit nur noch schlechter macht. Wenn keine spezifische Anweisung für eine solche zerstörende Prüfung erteilt wird, kann ein Besichtiger nicht für Probleme haftbar gemacht werden, die erst nach einer solchen Prüfung zutage treten. Er haftet jedoch für grobe Fahrlässigkeit. Wenn der Sachverständige zum Beispiel übersieht, dass ein bestimmtes Stromkabel direkt neben dem Motor verläuft und dadurch ein hohes Brandrisiko besteht, wird er sich erklären müssen… Kann man dann einen Sachverständigen für den gesamten Schaden haftbar machen? Auch das ist nicht der Fall. In der Regel, insbesondere bei den HISWA-Mitgliedsgutachtern, enthalten die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Gutachters eine Ausschlussklausel für Folgeschäden: die Kosten für die Behebung des Mangels, der nicht entdeckt wurde. Darüber hinaus enthalten diese Bedingungen auch eine Haftungsbeschränkung, d. h. die Entschädigung ist auf maximal das x-fache des Rechnungsbetrags des Sachverständigen begrenzt. Wie erwähnt, enthalten die Bedingungen auch eine Verjährungsfrist von einem Jahr.

Tipp 1: Denken Sie daran, dass auch eine Kaufuntersuchung nicht heilig ist. Seien Sie kritisch, wenn Sie Ihr Traumboot kaufen. Fragen Sie den Verkäufer/Makler, und wenn Sie einen Sachverständigen hinzuziehen, lassen Sie ihn das Boot kritisch prüfen. Wenn er einen Verdacht hat, gehen Sie das Risiko einer zerstörerischen Untersuchung ein. Das kann großes Elend im Nachhinein verhindern! Wenn der Besichtiger Zweifel an einer Sache hat, ergreifen Sie entsprechende Maßnahmen.

Tipp 2: Prüfen Sie die Bedingungen des Vermessungsingenieurs auf Haftungsbeschränkungen und darauf, ob er Mitglied des Streitschlichtungsausschusses für den Bereich Wasserfreizeit ist. Wenn es danach Probleme gibt, können Sie ihn dort zumindest zur Rechenschaft ziehen, ohne direkt vor Gericht gehen zu müssen.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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