Waterkampioen watersport magazine

Eigener Fehler?

Stellen Sie sich vor, eine Takelage reißt und der Mast geht über Bord. Oder das Boot läuft voll, weil der Tunnel für das Bugstrahlruder rund um den Propeller Lochfraß entwickelt hat. Ein Kinderspiel, denken Sie? Das war auch die Meinung von Herrn Van Buren über die Installation des Bugstrahlruders.

Was haben diese beiden Schäden miteinander zu tun? Bei beiden handelt es sich um so genannte inhärente Mängel. Ein Sachmangel ist eine ungünstige oder minderwertige Eigenschaft, die eine Ware der versicherten Art nicht haben soll. Einfach gesagt: Etwas geht „einfach so“ kaputt, obwohl es „nicht“ hätte kaputt gehen dürfen. Es kann also keine Rede davon sein, dass Schäden, die durch „äußeres Unglück“ verursacht werden, immer in der Police enthalten sind. Das sind Ursachen, auf die Sie keinen Einfluss haben, wie z. B. ein Sturm oder ein Blitzeinschlag. Ein inhärenter Mangel wird manchmal mit menschlichem Versagen verwechselt, also mit einem Schaden, der durch eigene Handlungen verursacht wurde, aber auch das ist nicht die richtige Erklärung.

Was war also der inhärente Fehler in den oben genannten Beispielen? Der Takelage-Spanner war stark genug, um die Spannung des Stags zu bewältigen, aber er riss trotzdem. Bei der Installation des Bugstrahlruders begann der Quertunnel Grübchen zu bilden und wurde folglich undicht. Dies ist ein inhärenter Konstruktionsfehler des Bugstrahlruders. Mr. Van Buren reagierte sehr schnell, als er bemerkte, dass das Vorschiff überflutet war. Er sorgte dafür, dass das Schiff rechtzeitig an Land gebracht wurde. Die Auswechslung des undichten Tunnels konnte nur über das Innere des Schiffes erfolgen. Um an die richtige Stelle zu gelangen, musste etwa die Hälfte des Innenraums des Bootes entfernt werden. Die Verkleidung des Vorschiffs ging dabei verloren. Die Kosten für die Wiederbeschaffung beliefen sich auf mehrere Tausend Euro. Bei der Beantragung dieser Kosten wurde Van Buren jedoch enttäuscht.

Keine rechtliche Verpflichtung.
Das Gesetz sagt ganz klar: Der Versicherer leistet keinen Ersatz für Schäden an einer versicherten Sache, wenn sie durch die Beschaffenheit oder einen Mangel dieser Sache verursacht wurden. Das ist der springende Punkt. Ein Versicherer ist gesetzlich nicht verpflichtet, diese Schäden zu ersetzen, selbst wenn Sie eine Vollkaskoversicherung haben. Die Parteien können jedoch von diesem Artikel des Gesetzes abweichen. Der Versicherer kann sich also dafür entscheiden, den Schaden des eigenen Defekts als gedeckt in die Police aufzunehmen. Aber das ist noch nicht alles. Es gibt (fast immer) Folgeschäden, die durch diesen inhärenten Mangel verursacht werden. Durch den Bruch der Takelage fällt der Mast über Bord und beschädigt die Decksbeschläge und die Seereling. Der undichte Tunnel am Bugstrahlruder lässt das Schiff sinken. Und auch wenn dies in diesem Fall aufgrund der Wachsamkeit von Herrn Van Buren nicht geschah, musste der Tunnel dennoch repariert werden. Und dafür musste das Innere des Schiffes zerstört werden. Auch das ist ein Folgeschaden.

Im Versicherungsrecht gilt der so genannte Kausalzusammenhang. Die Ursache des Schadens wird untersucht. Wenn er gedeckt ist, ist der Schaden gedeckt. Leider gilt auch der umgekehrte Fall: Wenn der Eigenschaden nicht gedeckt ist, ist auch der durch den Eigenschaden verursachte Folgeschaden nicht gedeckt. Der Versicherer erklärte, dass dieser Schaden an der Innenseite nicht gedeckt sei, da kein Versicherungsschutz aufgrund eines inneren Mangels bestehe. Sehr unbefriedigend, dachte Herr Van Buren, aber so war es leider in der Police festgehalten.

Die Vertragsfreiheit.
Was können wir daraus lernen? Es ist sehr wichtig, dass Sie sorgfältig prüfen, ob Ihre Versicherungsbedingungen auch eine Deckung für Schäden aufgrund eines inhärenten Mangels und/oder für Schäden, die sich aus dem inhärenten Mangel ergeben (Folgeschäden), vorsehen. Das Gesetz gibt dem Versicherer die vertragliche Freiheit, z. B. nur den Schaden zu ersetzen, der durch den eigenen Mangel entstanden ist, oder nur den Folgeschaden und nicht den eigenen Mangel, oder beides, oder beides auszuschließen. Darüber hinaus enthalten einige Versicherungsbedingungen die Bestimmung, dass eine Deckung für einen inhärenten Mangel bestehen kann, dass diese aber beispielsweise nur bis zu fünf Jahre nach dem Stapellauf des Schiffes gilt.

Tipp!
Man muss schon fast ein Wissenschaftler sein, um alle Eventualitäten in Ihren Versicherungsbedingungen abschätzen zu können. Aber auch hier gilt: Vorbeugen ist besser als heilen. Schauen Sie also in Ihre Versicherungsbedingungen und prüfen Sie, ob es eine Klausel für Eigenschäden und/oder Folgeschäden gibt, das kann große Enttäuschungen verhindern.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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