Waterkampioen watersport magazine

Die Bergungskosten sind ein Teil davon.

Die Versicherer mögen keine Bergungskosten. Der folgende Fall zeigt, dass sie alles tun, um sich ihrer Entschädigungspflicht zu entziehen.

Herr Zwart kaufte im Mai 2008 ein Motorboot bei einer Auktion. Nach dem Verkauf wurde es in einem Salzwasserhafen festgemacht. Zu seinem Entsetzen erhielt er am nächsten Morgen einen Anruf von der Abteilung für öffentliche Arbeiten: Sein neu erworbener Stolz lag auf dem Grund des Hafens. Zwart meldete den Schaden sofort seinem Versicherer, der einen Sachverständigen schickte. Am Nachmittag war das Boot bereits gehoben und zu einer Werft gebracht worden. Der Schadenexperte hatte bei seiner Ankunft am Morgen alles in Bewegung gesetzt. Der Besichtiger besprach auch mit der Werft, was zu tun sei, um weitere Schäden zu verhindern, also Bergungsarbeiten. Das Schiff war voller Salzwasser und der Motor musste so schnell wie möglich gespült werden, um irreparable Schäden zu vermeiden. Die Spülung des Motors und des Kraftstoffsystems sollte von der Werft in Auftrag gegeben werden.

Mehr als ein Jahr später wurde Zwart schließlich ein Gesamtschaden in Höhe von 15.000 Euro ausgezahlt. Was der Versicherer jedoch nicht zahlte, waren die Bergungskosten in Höhe von 4.500 Euro für die Werft. Doch Zwart hatte diese Summe bereits im Voraus bezahlt! Der Besichtiger hatte Zwart mitgeteilt, dass er das Schiff nicht bekommen würde, wenn er die Rechnung der Werft nicht im Voraus bezahlen würde. Zwart fand das seltsam, denn es handelte sich doch um Kosten, die vom Versicherer getragen werden mussten? Er beschloss zu zahlen und vertraute darauf, dass der Versicherer ihm die Kosten erstatten würde. Das stimmt nicht. Inzwischen stellte sich heraus, dass die Spülung des Motors und des Kraftstoffsystems durch den Subunternehmer nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden war. Der Tank und die Leitungen waren immer noch mit Seewasser gefüllt, und als der Motor wieder gestartet wurde, drang erneut korrodierendes Seewasser ein. Der Motor musste erneut gespült werden; weitere 2.000 Euro.

Da der von der Werft beauftragte Subunternehmer die Arbeiten nicht ordnungsgemäß ausgeführt hatte, vertrat Zwart die Auffassung, dass diese zusätzlichen Kosten ebenfalls vom Versicherer getragen werden müssten.

Der Versicherer hat alles in seiner Macht stehende getan, um nicht zahlen zu müssen. In der Rechnung der Werft heißt es unter anderem: „vom Subunternehmer durchgeführte Arbeiten, die darin bestanden, den Motor und das Kraftstoffsystem zu spülen“. Dies seien keine notwendigen Arbeiten, sondern Reparaturen am Schiff gewesen, so der Versicherer.

Das Gericht machte kurzen Prozess mit dieser Verteidigung. Das Gericht stellte fest, dass in der Rechnung der Werft Bergungskosten aufgeführt waren, die somit zu Lasten des Versicherers gingen. Was die Erstattung der Rechnung für die zweite Spülung betrifft, so wollte das Gericht wissen, wer die Werft überhaupt mit den Bergungsarbeiten beauftragt hatte. Sollte sich herausstellen, dass der Auftrag nicht im Namen der Versicherung erteilt worden war, wären die Kosten des zweiten Spülgangs zu Lasten von Zwart gegangen. Zwart musste beweisen, wer hier der Auftraggeber gewesen war.

Es war allen klar, dass es sich um den Gutachter handelte. Schließlich war er es, der das Schiff zuerst begutachtet und alle Befehle erteilt hatte. Der Versicherer hatte dies sogar während des Verfahrens eingeräumt, später aber wieder bestritten. Das Problem war, dass Zwart die Rechnung selbst im Voraus bezahlt hatte und dass sein Name auf der Rechnung stand. Dies ermöglichte es dem Versicherer, Zweifel zu äußern. Bei der Vernehmung der Zeugen stellte sich jedoch bald heraus, dass Zwart selbst nie Kontakt mit der Werft oder dem Subunternehmer gehabt hatte und dass der Besichtiger der einzige war, der Kontakt mit der Werft hatte. Dieser wiederum hatte den Unterauftragnehmer beauftragt. Somit wurde die Haftung des Versicherers festgestellt. Letztendlich wurden alle Kosten erstattet. Zwart musste jedoch vier Jahre lang prozessieren und konnte sein Boot während dieser Zeit nicht benutzen.

Tipp: Legen Sie im Schadensfall genau fest, was zu tun ist und wer den Auftrag zur Bergung oder Reparatur erteilt. Lassen Sie sich nicht vorschnell mit der Behauptung abspeisen, bestimmte Kosten seien keine Bergungskosten, sondern z. B. Reparaturkosten, und leiten Sie die Rechnungen direkt an den Versicherer weiter, ohne sie im Voraus zu bezahlen. Das verhindert eine unangenehme Diskussion im Nachhinein.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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