Waterkampioen watersport magazine

Die abgelaufene Garantiezeit.

Alex Mulder hatte eine Motorjacht. Als die Dieselmotoren ersetzt werden mussten, ließ er neue Motoren einbauen. Schon zu Beginn der Installation ging einiges schief. Er hörte ein beunruhigendes Rütteln und Ticken und sah starken Rauch. Mulder setzte sich sofort mit der Werft in Verbindung, die ihrerseits den Lieferanten kontaktierte. Dieser lehnte es ab, die Beschwerde zu bearbeiten. Alex könnte eine professionelle Untersuchung auf eigene Kosten durchführen lassen. Aber die Kosten waren unerschwinglich (etwa 5.000 €).

Da der Lieferant nicht kooperierte, begannen Mulder und die Werft, die Berechnungen selbst vorzunehmen. Herr Mulder ließ Messungen an der Propellerwelle und den Drucklagern vornehmen. Es wurden schwerere Dämpferplatten montiert und eine Verstärkung des Schwungrads vorgenommen. Nach all diesen Änderungen war das Klappergeräusch bei einer Leerlaufdrehzahl von etwa 700-720 verschwunden, aber das Problem konnte damit nicht endgültig gelöst werden, da die Geschwindigkeit des Schiffes bei dieser Drehzahl viel zu hoch war. Auf Strecken, auf denen er nicht schnell fahren konnte oder wollte, hatte er große Probleme.

In der Zwischenzeit hatte Mulder zehn Wochen lang gearbeitet. Er konnte zwar segeln, aber bei Geschwindigkeiten unter 720 gab es ständige Klappergeräusche, und bei höheren Geschwindigkeiten war ein periodisches Ticken zu hören. Die Rauchentwicklung und der Ölfilm waren inzwischen Standard. Der Lieferant hatte bereits eine zweite Wartung durchgeführt, aber die Probleme (Zahnhammer) waren immer noch nicht gelöst. Da der Lieferant seine Meinung nicht änderte, ließ Alex Mulder nach einem Jahr eine professionelle Untersuchung, eine „Torsionsschwingungsberechnung“ durchführen. Der Bericht zeigte, dass der Fehler nicht in der von der Werft installierten Propellerwellenanlage lag, wie der Lieferant behauptete, aber der Lieferant blieb bei seiner Ansicht, dass die Drehzahl als Lösung erhöht werden müsse. Aus einem neuen Bericht geht hervor, dass die Qualität der beiden Triebwerke sehr mangelhaft war. Mulder hatte genug, vor allem, als der Lieferant, nachdem er formell haftbar gemacht worden war, berichtete, dass seit dem Kauf fast zwei Jahre vergangen waren und es nur eine einjährige Garantie gegeben hatte. Zu allem Überfluss behauptete der Lieferant, dass sich der „Lieferumfang“ geändert habe, weil Alex Mulder begonnen habe, selbst mit Lösungen zu experimentieren, und der Lieferant daher nicht mehr verpflichtet sei, seine Verpflichtungen zu erfüllen.

Die Angelegenheit wurde vor das Gericht gebracht, das eine klare Meinung vertrat. Mulder hatte rechtzeitig eine Beschwerde bei dem Lieferanten eingereicht. Die Tatsache, dass dies so lange gedauert hatte, dass die Garantiezeit bereits abgelaufen war, spielte für das Gericht keine Rolle. Der Lieferant musste neue Motoren liefern.

IN ÜBEREINSTIMMUNG MIT DER VEREINBARUNG
In der Zwischenzeit wurde in verschiedenen Gerichtsurteilen festgestellt, dass eine Gewährleistungsfrist als solche für den Anspruch auf Ersatz des erlittenen Schadens nicht entscheidend ist. Wichtig ist, dass der Gegenstand die Erwartungen erfüllt, die Sie an ihn stellen, und dass er die Eigenschaften hat, an deren Abwesenheit Sie nicht zu zweifeln brauchen. Wenn Sie ein Boot im Wert von mehreren Tausend Euro kaufen und es immer gut gewartet haben, aber der Motor nach drei Jahren kaputt geht, ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Gericht entscheiden wird, dass der Verkäufer nicht vertragsgemäß geliefert hat. In solchen Fällen müssen Sie die Mitteilung des Verkäufers, dass die Garantiezeit abgelaufen ist, nicht akzeptieren, sondern Sie können auf Vertragserfüllung bestehen, zumindest auf Reparatur des Motors auf Kosten des Verkäufers oder vielleicht sogar auf Ersatz. Für das Protokoll möchte ich anmerken, dass der Umfang, in dem der Käufer nach Ablauf der Garantiezeit noch haftbar gemacht werden kann, natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich ist. Wichtig: Sie müssen dem Verkäufer den Mangel innerhalb einer „angemessenen Frist“ nach seiner Entdeckung mitteilen. In der Praxis sind dies etwa zwei Monate. Wichtig ist auch, dass Sie den Verkäufer grundsätzlich innerhalb von zwei Jahren nach Entdeckung des Mangels verklagt haben müssen.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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