Waterkampioen watersport magazine

Der haftende Importeur.

In der Bootsbranche gibt es eine ganze Reihe von Konkursen. Sie bedeuten in der Regel, dass Sie als Kunde Ihre Anzahlung für Ihr Traumboot verlieren oder mit einem halbfertigen Boot dastehen. In der Regel bietet die Konkursmasse keine Rückgriffsmöglichkeiten. (Sehr) manchmal läuft es anders, wie die Geschichte von Herrn Terpstra zeigt.

Terpstra bestellte beim Importeur/Händler eine Segelyacht deutschen Fabrikats zum Preis von rund 380.000 Euro. Im Kaufvertrag wurde vereinbart, dass die Zahlung in vier Raten erfolgen sollte: 10 Prozent nach Vertragsunterzeichnung, 70.000 Euro bei Auftragsbestätigung, 250.000 Euro bei Fertigstellung der Yacht in der Werft in Deutschland mit gleichzeitigem Eigentumsübergang auf den Käufer und der Rest vor der Auslieferung in Frankreich. Terpstra zahlte pflichtbewusst die erste Rate von 108.000 Euro und mehr als sechs Monate später die dritte Rate von 250.000 Euro auf Anfrage des Händlers, der ihm schriftlich mitteilte, dass die Yacht in der Werft fertig sei und transportiert werden könne.

Nur zwei Wochen nachdem Terpstra die dritte Rate überwiesen hatte, wurde der Konkurs des Händlers verkündet. Es stellte sich heraus, dass der Händler das Geld, das Terpstra erhalten hatte, nicht für die Bezahlung des Schiffes, sondern für andere Dinge verwendet hatte, so dass das Schiff nicht als Eigentum an Terpstra geliefert worden war und auch die Werft nicht verlassen hatte. Danach erklärte sich die deutsche Werft bereit, das Schiff doch noch zu liefern, musste aber noch 250.000 Euro nachzahlen.

Terpstra fühlte sich von dem Jachthändler schlecht behandelt und machte den Geschäftsführer persönlich haftbar. Zur Erläuterung: Der Händler war eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem Geschäftsführer/Anteilseigner. Wenn eine GmbH in Konkurs geht, bedeutet dies nicht, dass auch der Geschäftsführer in Konkurs geht, da ein Geschäftsführer in der normalen Geschäftspraxis nicht persönlich für die Schulden der GmbH haftet. Daher kann der Geschäftsführer einer GmbH manchmal noch ein dickes Auto fahren, während es tonnenweise Gläubiger gibt, was oft für grimmige Gesichter sorgt.

In diesem Fall befand Terpstra das Verhalten des Geschäftsführers jedoch für so schwerwiegend schuldhaft, dass er persönlich für den ihm entstandenen Schaden haftbar gemacht werden muss, der sich aus den gezahlten 250.000 Euro und der ursprünglichen Anzahlung von 108.000 Euro zusammensetzt.

Das Gericht stimmte Terpstra zu. Sie befanden, dass die Handlungen des Geschäftsführers so schwerwiegend schuldhaft waren, dass er nicht nur für die nicht gezahlte dritte Rate, sondern auch für die frühere Anzahlung in Höhe von 108.000 Euro haftbar gemacht werden sollte, da dieser Schaden eine direkte Folge davon war. Konkret ging es darum, dass der Geschäftsführer es zugelassen hatte, dass die von ihm geleitete Gesellschaft einen Vertragsbruch beging und dadurch ihre Gegenpartei auf Schadensersatz in Anspruch nahm: eine unerlaubte Handlung. Der Direktor wurde schwer getadelt, weil er ausdrücklich die Zahlung der genannten 250.000 Euro gefordert hatte, mit denen die Übertragung des Eigentums an dem Schiff verrechnet werden sollte. Durch die Nichtzahlung dieses Betrags wurde die Yacht nicht ausgeliefert, und auch die sechs Monate zuvor geleistete Anzahlung war verloren. Obwohl es zu diesem Zeitpunkt keine Zahlungsprobleme gab, wurde auch dies als Schaden gewertet, der durch die rechtswidrigen Handlungen des Direktors verursacht wurde.

Sie sehen also, ein Konkurs bedeutet nicht in jedem Fall den Verlust von allem. In manchen Fällen kann man noch etwas dagegen tun. Ratschlag: Leisten Sie Anzahlungen nur auf verwaltungsmäßig getrennte Konten – das „Drittgeldkonto“ – bei einem Händler. Oder noch besser: Zahlen Sie direkt an die Werft, die das Boot bauen/ausliefern muss, dann können Sie sicher sein, dass das Geld für den vorgesehenen Zweck verwendet wird. Schließlich: Vereinbaren Sie, dass Sie über den Baufortschritt auf dem Laufenden gehalten werden und dass das Schiff, sobald es technisch möglich ist (der Rumpf ist fertig), in das Schiffsregister eingetragen und Ihnen konstitutiv übergeben wird. Das bedeutet, dass das Schiff rechtlich an Sie geliefert wird, physisch aber noch in der Werft verbleibt, um fertiggestellt zu werden. Wenn die Werft danach in Konkurs geht, bleibt das Schiff dort.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

Teilen

Frits Hommersom met groene bril

"Sie haben das Recht auf einen Anwalt, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen!

Cookies werden verwendet, um die Benutzerfreundlichkeit der Website zu optimieren. Mit dem Besuch dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutz- und Cookie-Erklärung einverstanden.