Waterkampioen watersport magazine

Der Fall einer unzureichenden Wartung.

Herr de Vries meldet einen Schaden bei seiner Bootsversicherung an: Durchrostung von Rahmen und Rumpf aufgrund einer nicht funktionierenden Schwimmpumpe. Dies ist erst der Anfang der Geschichte…

Nach dem Schadenfall von Herrn De Vries lässt der Versicherer ein Gutachten erstellen. Dabei stellte sich heraus: Im Gang unter dem Vorder- und Achterschiff befand sich ein Stahlsammler für das Abwasser aus dem Duschbereich, der ursprünglich eine Schwimmerpumpe mit einem separaten Schwimmer enthielt. De Vries war jedoch der Meinung, dass die Schwimmerpumpe zu oft ansprang, und er hatte eine alternative Lösung gefunden. Er hatte die ursprüngliche Pumpe aus dem Sammelbehälter entfernt und in den Bilgenbereich gestellt. Außerdem lässt er die Dusche jetzt in die Bilge statt in die Auffangwanne ablaufen. All dies geschah etwa fünf Jahre vor dem Schadensbericht. Irgendwann roch De Vries einen muffigen Geruch und baute den Boden ab. Die Bilge enthielt viel Wasser aus der Dusche, und der Schwimmer der Pumpe schien defekt zu sein. Offenbar war irgendwann in den letzten fünf Jahren die Schwimmerpumpe ausgefallen und das Wasser wurde nicht mehr abgepumpt. Die Beplankung des Stahlschiffs im Bereich der Bilge wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Seifenreste hatten eine erhebliche Korrosion verursacht, und dem Experten zufolge konnte man mit den Händen ganze Scheiben von Rost entfernen. Die Panzerung war so korrodiert, dass sie vollständig durchgerostet war, und als der Stahlrumpf abgeschlagen wurde, entstanden Löcher im Rumpf. Seifenwasser war auch in den Kastenkiel und nach achtern gelaufen, und im Bereich der Ferse/Kiel war die Beplankung ebenfalls durchgerostet.
Der Versicherer kam zu dem Schluss, dass der Schaden durch einen allmählichen Aufprall verursacht worden war – was nach den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen ist – und lehnte den Anspruch ab. De Vries ließ es nicht dabei bewenden und schaltete seine Rechtsschutzversicherung ein. Sie argumentierten, dass De Vries sein Boot seit dem Kauf gut gewartet hatte und er darauf vertrauen konnte, dass das Versetzen der Schwimmpumpe keine nachteiligen Auswirkungen auf das Boot haben würde. Außerdem würde die Überprüfung der Schwimmerpumpe nicht unter die Wartungspflicht fallen, und schon gar nicht, wenn die Dusche nicht in Betrieb ist. Schließlich argumentierte der Prozesskostenhilfeversicherer, dass De Vries als Laie nicht wusste und nicht hätte wissen dürfen, dass Seifenwasser den Rumpf beschädigen kann. Der Versicherer wies diese Argumente zurück und erklärte, es sei allgemein bekannt, dass die Kombination von Wasser und Sauerstoff eine korrosive Wirkung auf Stahl habe. Die Zugabe von Seife verschlimmert den Korrosionsprozess noch.

De Vries wollte ein Gegengutachten. Der Gegenexperte bestätigte, dass der Korrosionsprozess durch die Lauge in der Seife beschleunigt wurde. Er stellte jedoch auch fest, dass De Vries als Eigentümer für sein Eigentum verantwortlich war und dass er den Schaden früher hätte erkennen können, wenn er früher unter den Boden geschaut hätte. Obwohl der Gutachter Verständnis für das Argument hatte, dass De Vries nicht wissen konnte, dass die Seife so aggressiv war, fand er es dennoch seltsam und schuldhaft, dass er zuließ, dass der Duschabfluss und das Abwasser in sein Boot liefen. Das Verfahren wurde fortgesetzt. Der Versicherer argumentierte, der Versicherte habe seine Sorgfaltspflicht schwerwiegend vernachlässigt, da er fünf Jahre lang nicht in den Bilgenbereich geschaut und/oder die Schwimmpumpe nicht überprüft habe. Der Versicherer argumentierte auch, dass De Vries die Eigenschaften des Schiffes selbst verändert hatte, ohne einen Sachverständigen zu konsultieren, mit offenbar dramatischen Folgen. Damit hatte er seinen Anspruch auf Entschädigung verwirkt. Schließlich sei dem Versicherer die Möglichkeit genommen worden, das geänderte versicherte Risiko anzunehmen oder zu überprüfen.

Das Urteil des Richters war klar und unmissverständlich: „… Sie sind der Meinung, dass Sie sich nicht ausreichend um die Instandhaltung des Schiffes gekümmert haben. Sie ist außerdem der Ansicht, dass es sich in jedem Fall um einen allmählichen Prozess, die Korrosion, gehandelt habe, der unter den Ausschluss der Abnutzung falle. Ich kann diese Ansicht nicht als falsch oder unverständlich ansehen. Schließlich haben Sie fünf Jahre lang nach der Änderung des Wasserablaufs in der Dusche keine Inspektion durchgeführt, um festzustellen, ob die Änderung nicht zu Problemen unter dem Fußboden geführt hat. Außerdem gibt es gute Gründe, Korrosion als Abnutzung zu betrachten“. Der Versicherer lehnte den Antrag daher zu Recht ab.
Tipp: Wenn Sie Änderungen an Ihrem Boot vornehmen wollen, informieren Sie immer Ihren Versicherer, lassen Sie sich von Fachleuten beraten und vertrauen Sie nicht blind darauf, dass die von Ihnen vorgenommene Konstruktion einwandfrei ist. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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