Waterkampioen watersport magazine

Der Fall des verflixten Tjalk.

Herr Bond kaufte eine fast hundert Jahre alte Groninger Tjalk von achtzehn Metern Länge. Das Schiff war in gutem Zustand, nur der Rumpf musste repariert werden. Und genau da begann das Problem.

Wenn eine Werft eine Reparatur- oder Behandlungsmethode vorschlägt, können Sie als Kunde darauf vertrauen, dass sie weiß, wovon sie spricht? Als Bond seine Tjalk kaufte, ließ er sie von einem anerkannten Experten sorgfältig unter der Wasserlinie untersuchen. Spuren von Leckagen am Schiffsrumpf wurden nicht gefunden. Der Verkäufer meldete auf Nachfrage keine Mängel. Der größte Teil des Rumpfes war mit Teer bedeckt. An Stellen, an denen der Teer abblätterte, wurden Böden, Schweißnähte und Nägel sichtbar, die sich in gutem Zustand befanden. De Schot ließ das Schiff wieder konservieren. Die Werft empfahl, den Rumpf abzustrahlen und ein Zweikomponenten-Lacksystem aufzutragen. Gesagt, getan. Das Undenkbare geschah: Während der Fahrt auf der Limburger Maas bemerkte Herr Bond, dass das Schiff Wasser zu laufen begann. Es gelang ihm gerade noch, in einer Werft festzumachen, die das Schiff trocknete. Bond war schockiert und erstaunt. Wie konnte das Schiff ein Leck haben, wo es doch gerade erst wieder konserviert worden war? Der Experte, den Bond zuvor hinzugezogen hatte, kam zu dem Schluss, dass die meisten Nieten des Rumpfes unterhalb der Wasserlinie korrodiert und einige Schweißnähte gerissen waren. Aus seinem Bericht: „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurde der Rumpf unterhalb der Wasserlinie so gesprengt, dass weichere Teile (Nieten) und scharfe Ecken (Stege und Schweißnähte) betroffen waren.“ Die korrodierten Nieten hatten eine erhebliche Schwächung der Verbindung zwischen Fachwerk und Rumpf sowie der Verbindung zwischen den Rumpfpanzern verursacht. Der Besichtiger fügte auf Nachfrage hinzu, dass er das Schiff noch nie gesprengt habe. Herr Bond bat Herrn Hommersom um Rat, der seinerseits die Werft für die nicht ordnungsgemäß ausgeführten Arbeiten haftbar machte. Die Antwort der Werft war abweisend und deutete darauf hin, dass der Rumpf bereits defekt war und dass die Sprengung auf Herrn Bonds eigene Initiative zurückging. Außerdem hätte er das Schiff inspizieren lassen müssen, bevor es wieder ins Wasser ging,

Da die Feststellungen des Besichtigers umstritten sind, wird eine zweite Besichtigung im Beisein der Werft durchgeführt. Dieser zweite Gutachter unterstützt den ersten Gutachter, der sagt, dass die Nietköpfe durch die Art des Strahlens des Schiffes beeinträchtigt werden. Außerdem stellte er fest, dass die Lackierung nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden war, da am Rumpf bereits Rost sichtbar war. Der Gegengutachter ist auch der Meinung, dass das Unterwasserschiff nach dem Strahlen hätte untersucht werden müssen und dass die Werft die schlechten Nieten hätte bemerken müssen oder können. Die Sprengung eines genieteten Schiffes dieses Alters ist mit großen Risiken verbunden. Die Werft hätte sich dessen bewusst sein müssen und den Kunden darauf hinweisen müssen.

Die Werft wurde einberufen. In der mündlichen Verhandlung hat sie erklärt, dass Herr Bond ausreichend Gelegenheit hatte, das Schiff vor dem Stapellauf selbst zu untersuchen. Die Werft argumentierte auch, dass der Schaden nicht durch die Sprengung verursacht worden sein könne, da Korund-Aluminium-Strahlmittel verwendet worden sei, das weicher als Nieten sei. Kurz gesagt: Da Bond sich für die Sprengung entschieden hatte, trug er das Risiko für die Folgen. Er hätte nicht jammern sollen, der Rumpf war doch völlig sauber gesprengt worden, oder nicht? Das Kuriose daran war, dass die Werft zwar mit sieben (!) Personen zur Anhörung kam, aber genau die Person, mit der Herr Bond über die Arbeiten an seinem Schiff gesprochen hatte, nicht anwesend war… Nach einem vorläufigen Urteil des Richters einigten sich die Parteien aus „praktisch-wirtschaftlichen Erwägungen“ und die Werft entschädigte Herrn Bond für einen großen Teil des Schadens.

Moral: Vertrauen Sie nicht blind auf den vermeintlichen Experten und fragen Sie auch jemand anderen, ob eine bestimmte Reparatur- oder Behandlungsmethode die geeignetste ist.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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