Waterkampioen watersport magazine

Der Fall der Winterlagerung.

„Das Management ist nicht haftbar.“ Wir alle kennen das Schild an der Garderobe. Was aber, wenn Sie Ihr Boot aus dem Winterlager holen und Ihr Mast „nur“ kaputt ist?

Stellen Sie sich vor: Die Tage werden länger, der Frost ist vorbei, die Sonne scheint, kurzum, es ist Zeit, Ihr Boot ins Wasser zu lassen. Gut gelaunt fahren Sie zum Yachthafen, wo Sie Ihr Boot und Ihren Mast für den Winter gelagert haben. Im Mastschuppen stellen Sie zu Ihrem Entsetzen fest, dass der Mast offenbar aus der Halterung gefallen ist und einen Totalschaden darstellt. Der Übeltäter liegt natürlich „auf dem Friedhof“.

Das ist Herrn Ter Veer passiert, als er das Winterlager des Jachthafens besuchte. Sein Mast war aus der Halterung gefallen und hatte einen Riss, der obere Beschlag war beschädigt, das Topplicht und das Ankerlicht waren gebrochen und der Mast hatte Kratzer. Außerdem befanden sich in der Nähe der Mastbeschläge quer verlaufende Kratzer auf dem Rollenprofil. Sein Schaden betrug über 8.000 Euro. Die Freude über den Beginn der neuen Saison war von Anfang an verflogen. Glücklicherweise war Herr Ter Veer gut versichert und sein Versicherer erstattete ihm die Kosten für einen neuen Mast. Doch nicht jeder ist so gut versichert. Wer ist in einem solchen Fall haftbar und was können Sie tun?

Bei dem Vertrag zwischen Herrn Ter Veer und dem Jachthafen handelt es sich um einen so genannten Verwahrungsvertrag, der im Gesetz folgendermaßen beschrieben wird: „Der Vertrag, durch den sich eine Partei, der Verwahrer, gegenüber der anderen Partei, dem Hinterleger, verpflichtet, einen Gegenstand, den der Hinterleger ihm anvertraut oder anvertrauen wird, zu verwahren und zurückzugeben. Das aussagekräftigste Beispiel ist die Garderobe im Theater. Eine andere Form ist die der Speichervereinbarung. Denken Sie zum Beispiel an einen Fahrradschuppen. Das Gesetz schreibt vor, dass der Sachwalter die Sorgfalt eines guten Sachwalters walten lassen muss.

Wie weit diese Sorgfalt geht, hängt von der Art der Vereinbarung und der Beschaffenheit des Objekts ab. So kann vom Depositar unter Umständen erwartet werden, dass er sich gegen Feuer und Diebstahl versichert.

In der Regel muss jedoch eine Hürde genommen werden, um eine Verwahrstelle haftbar zu machen. (Fast) jeder Verwahrer/Hafen, in dem Sie Ihr Schiff oder Ihren Mast in Verwahrung geben, verwendet heutzutage allgemeine Geschäftsbedingungen mit einer so genannten Entlastungsklausel. Die Vorschriften über die Verwahrung haben regulierenden Charakter, so dass die Verwahrstelle ihre Haftung begrenzen kann. Siehe das bekannte Schild an der Garderobe: „Die Verwaltung haftet nicht für Schäden/Verluste an den in Verwahrung gegebenen Waren“. Wird eine Verwahrstelle immer damit durchkommen? Das hängt vom jeweiligen Fall ab. Bei der Übergabe eines Pelzmantels zur Verwahrung galt zwar die Befreiungsklausel, bei der Übergabe eines Fahrrads zur Verwahrung in einem stationären Fahrradschuppen wurde die Berufung auf die Befreiung jedoch zurückgewiesen. Daher muss von Fall zu Fall geprüft werden, wie weit die Sorgfaltspflicht der Verwahrstelle reicht und ob es ihr zumutbar ist, ihre Haftung für Schäden auszuschließen.

Können Sie nichts tun? Nun, es gibt sie.
Die allgemeinen Geschäftsbedingungen müssen dem Depositar zur Kenntnis gebracht worden sein, sei es gesondert beim Zustandekommen der Vereinbarung oder zum Beispiel durch ein großes Schild am Lagerhaus auf dem Gelände. Wenn Sie keine Kenntnis von einer Entlastung haben, greifen Sie auf die allgemeine Regel zurück und eine Verwahrstelle wird schneller haftbar. Es spielt auch eine Rolle, inwieweit der Halter aktiv an der Lagerung z.B. des Mastes beteiligt ist und inwieweit es sich um einen geschlossenen Raum handelt, der z.B. nur vom Hafenmeister aufgesucht werden darf, oder den jeder betreten und verlassen kann.

Vergewissern Sie sich auf jeden Fall, dass Sie mit ein oder zwei anderen Personen zusammen sind, wenn Sie Ihr Schiff oder Ihre Sachen einem Verwahrer anbieten. Vergewissern Sie sich unter allen Umständen, dass das Schiff ordnungsgemäß angeschnallt ist und dass es sich zum Zeitpunkt Ihrer Abreise in einem unbeschädigten Zustand befand und ordnungsgemäß gelagert wurde. Bei der Mastlagerung: Sorgen Sie dafür, dass der Mast gesichert ist, z. B. durch Anbinden, damit Sie nicht von der (Un-)Aufmerksamkeit anderer abhängig sind. Wenn Sie mit der Entlastungsklausel nicht einverstanden sind, können Sie jederzeit schriftlich angeben, dass Sie sie ausschließen.
Ein praktisches Problem könnte sein, dass die Verwahrstelle das Schiff nicht in Verwahrung nehmen will.
Schließlich: Prüfen Sie, ob Ihre eigene Versicherung solche Schäden abdeckt und erweitern Sie sie gegebenenfalls. Erkundigen Sie sich auch bei der Verwahrstelle, ob sie versichert ist. Auf diese Weise können Sie vielleicht eine böse Überraschung wie die von Herrn Ter Veer nicht verhindern, aber zumindest den Schmerz lindern.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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