Waterkampioen watersport magazine

Der durchnässte Kofferraum.

Leider hat Frank Spaans die Wahrheit von Herrn Hommersoms Credo „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ herausgefunden. Es zahlt sich auch aus, sein eigenes Urteilsvermögen kritisch zu hinterfragen.

Nach Jahren fand Frank Spaans seine Traumyacht, eine Polyester Trintella IV aus dem Jahr 1975, mit einem Preis, der in seinem Budget lag. In der Anzeige hieß es, das Boot sei mit einem „Osmose-Schutzsystem“ ausgestattet. Für Spaans war dies entscheidend, da es sich um ein mehr als 30 Jahre altes Polyesterboot handelte. Er besichtigte die Yacht im Jahr 2008 dreimal im Beisein des Verkäufers und seines Yachtmaklers. Bei diesen Besuchen versicherte ihm der Verkäufer immer wieder, dass das Unterwasserschiff in gutem Zustand sei. Das einzige Problem war, dass die Klebeschicht zwischen dem Rumpf und dem Antifouling schlecht war und sich an einigen Stellen löste. Kein Problem für den Kaufinteressenten: Einfach den Rumpf abspritzen und die neue Schicht auftragen. Da Spaans kein Risiko eingehen wollte, ließ er in den Vorvertrag eine auflösende Bedingung über den guten Zustand des Unterwasserschiffs aufnehmen. Anschließend inspizierte er das Schiff selbst. Da der Verkäufer ihm wiederholt versichert hatte, dass der Rumpf in gutem Zustand sei und er selbst keine Probleme sah, schloss er den Verkauf ab und genoss sein Boot im Sommer 2008. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer, als alle Farb- und Klebeschichten verschwanden, als das Boot zum Trocknen ausgelegt und abgespritzt wurde, und die spanische Regierung, die auf die Situation aufmerksam geworden war, ließ den Rumpf auf Feuchtigkeit untersuchen. Die Ergebnisse waren erschütternd: Der Rumpf war vollständig mit Feuchtigkeit gesättigt und wies Werte zwischen 80 und 100 auf der Vergleichsskala auf (zum Vergleich: ein trockenes Laminat misst zwischen 0 und 30). Bei dieser Inspektion wurde bereits ein leicht säuerlicher Geruch festgestellt… die Osmose hatte begonnen. Frank Spaans verklagte die Verkäufer: Hatte es in der Anzeige nicht geheißen, es sei eine vorbeugende Osmoseanlage installiert worden, und hatte der Verkäufer nicht immer wieder behauptet, das Unterwasserschiff sei in gutem Zustand? Für Spaans war der Fall klar: Der Verkäufer hatte einen Vertragsbruch begangen und ihm ein fehlerhaftes Boot verkauft. Der Schaden beträgt mindestens 15.000 Euro. Außerdem sei Spaans mit der Inspektion des Schiffes seiner Untersuchungspflicht nachgekommen. Und im Übrigen, war seine Prüfpflicht nicht schon durch die feste Garantie des Verkäufers aufgehoben?

In der mündlichen Verhandlung räumte die Ehefrau des Verkäufers ein, dass bei den verschiedenen Besichtigungen tatsächlich berichtet worden sei, dass der Rumpf in gutem Zustand sei. Die Ehefrau berichtete auch, dass sie die Osmoseverhinderungsanlage 1997 selbst eingebaut hatte. Es wurde auch gesagt, dass Spaans geraten worden war, die Yacht inspizieren zu lassen, und sie legte eine E-Mail des verkaufenden Maklers vor, der dasselbe gesagt hatte.

Spaans ging mit einem guten Gefühl, der Verkäufer hatte zugegeben, dass er gesagt hatte, das Schiff sei in gutem Zustand, das Gericht würde zweifellos zu seinen Gunsten entscheiden. Das Urteil war jedoch eine kalte Dusche: Das Gericht entschied, dass der Einwand des Verkäufers, er habe gesagt, dass das Unterwasserschiff in gutem Zustand sei, keine Garantie darstellte, sondern nur eine allgemeine Empfehlung, die – auch angesichts der Tatsache, dass das Schiff 33 Jahre alt war – dem Kaufinteressenten nicht garantieren sollte, dass das Schiff gut war. Auch die Aussage, dass ein System zur Verhinderung von Osmose installiert worden sei, sage nichts über den Zustand des Schiffes aus, so das Gericht. Das Gericht stellte fest, dass Spaans eine auflösende Bedingung bezüglich des Zustands des Unterwasserschiffs aufgenommen hatte, bemängelte jedoch, dass er das Schiff nicht von einem unabhängigen Sachverständigen hatte inspizieren lassen. Da der Verkäufer und der Makler Spaans geraten hatten, das Schiff inspizieren zu lassen, kam das Gericht zu dem Schluss, dass er das Risiko der versteckten Mängel trug.

Tipp: Wie Sie sehen, sollten Sie sich nicht auf Ihr eigenes Wissen verlassen, auch wenn Sie über jahrelange Segelerfahrung verfügen. Vertrauen Sie auch nicht dem Verkäufer, sondern halten Sie sich an das Sprichwort: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ und lassen Sie das Boot von einem Sachverständigen überprüfen. Sie werden viel Ärger und Geld sparen!

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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"Sie haben das Recht auf einen Anwalt, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen!

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