Waterkampioen watersport magazine

Brandschäden im Winterlager.

Wer sein Boot im Winter einlagert, geht davon aus, dass es in der nächsten Saison im gleichen Zustand wieder herauskommt. Das Boot von Herrn Flesken ging jedoch durch ein Feuer verloren. Wer trug die Hauptlast davon?

Herr Fleskens bietet sein Segelboot einem Betreiber zur Überwinterung an. Auf dem Gelände, auf dem es gelagert ist, bricht ein Feuer aus und das Boot ist verloren. Herr Fleskens macht den Betreiber haftbar und fordert vom Gericht Schadenersatz. Er berief sich auf den so genannten Sorgerechtsvertrag. Der Betreiber argumentierte jedoch, dass es sich bei dem Vertrag über die Überwinterung eines Schiffes im Prinzip um einen Raummietvertrag ohne Verwahrungspflichten handele. Herr Fleskens argumentierte seinerseits, dass die Parteien mit dem Betreiber keinen festen oder bestimmten Ort vereinbart hätten. Er hatte keinen Einfluss auf den Ort und die Art der Lagerung. Diese Situation ist vergleichbar mit der Abgabe eines Mantels an einer Garderobe. Fleskens zufolge war der Betreiber daher als Verwahrer verpflichtet, die ihm anvertraute Sache in gutem Zustand zu erhalten und sie in dem Zustand zurückzugeben, in dem er sie erhalten hatte. Das Gericht war sich auch darüber im Klaren, dass ein Mietvertrag voraussetzt, dass das Objekt, das der Mieter nutzen soll, ordnungsgemäß bestimmbar ist. Dies war hier nicht der Fall. Schließlich könnte der Betreiber das Boot an einem beliebigen Ort auf seinem Grundstück, in einem Schuppen oder im Freien lagern. Das Gericht bestätigte, dass ein Gewahrsam bestand und dass der Betreiber seiner Gewahrsamsverpflichtung nicht nachgekommen war, weil das Boot bei einem Brand verloren gegangen war. Da der Betreiber die bei ihm festgemachten Schiffe nicht gegen Feuer versichert hatte, befand das Gericht ihn für den Schaden haftbar. Herr Fleskens wurde daher für seinen Verlust entschädigt.

Dieser Fall ist kein Einzelfall, wenn man sich die HlSWA-Bedingungen „Vermietung und Verpachtung von Liege- und/oder Lagerplätzen“ ansieht, die auf dem Standardformular „Reservierung von Liegeplätzen“ aufgeführt sind. Viele Besitzer von Winterliegeplätzen machen davon Gebrauch. In dem Formular ist von „Leasingnehmer“ und „Leasinggeber“ die Rede. Bei der Anmietung eines Sommerliegeplatzes im Hafen ist dies der Fall. Schließlich mieten Sie einen bestimmten Ort, den Sie nutzen dürfen, und zahlen dafür eine Gebühr. Im Falle der Lagerung geht es jedoch nicht um die Nutzung einer Sache (eines Liegeplatzes), sondern um die Lagerung dieser Sache (des Schiffes). In dem Formular heißt es u. a., dass der „Vermieter“ die angeblichen Schiffe nicht versichert, sondern das Versicherungsrisiko auf den „Mieter“ übertragen wird. Außerdem werden alle Risiken für das Schiff auf Sie übertragen. Bei einer „echten“ Vermietung (d. h. einem Sommerliegeplatz) kann ein Betreiber damit vielleicht durchkommen, nicht aber bei der Winterlagerung. Bei der Lagerung gilt eine verschärfte Haftung, Verantwortung und Sorgfaltspflicht des Betreibers.

Das HISWA-Formular hat also einen gemischten Charakter und das sollten Sie beachten! Wenn also am Ende des Winters bei einer „echten“ Überwinterung ein Schaden an Ihrem Boot oder Zubehör entstanden ist, lassen Sie sich nicht mit einem Verweis auf die allgemeinen Bedingungen oder eine Haftungsbeschränkung abspeisen. In Artikel 11 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen heißt es außerdem, dass Sie damit einverstanden sind, dass dieser Vertrag als Mietvertrag bezeichnet wird. Es wird auch bestätigt, dass Sie das Schiff selbst versichern müssen. All diese Bestimmungen sind zu Ihrem Nachteil. Wenn der Betreiber allgemeine Geschäftsbedingungen mit einem Haftungsausschluss verwendet, können Sie natürlich angeben, dass Sie mit dieser Bestimmung nicht einverstanden sind. Aber dann will er das Schiff vielleicht nicht in Gewahrsam nehmen.

ABSCHLIESSEND EIN TIPP: Um Beweisprobleme zu vermeiden, ist es wichtig, dass Sie dem Betreiber Ihr Boot in Begleitung einer anderen Person übergeben. Machen Sie auch Fotos von dem Boot, damit im Falle eines Schadens nachgewiesen werden kann, dass der Schaden nicht schon beim Angebot des Bootes vorhanden war.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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