Waterkampioen watersport magazine

Bestellt oder nicht?

Sie erhalten eine Rechnung für Arbeiten, von denen Sie glauben, dass Sie sie nie ausdrücklich in Auftrag gegeben haben. Oder es wird Ihnen ein viel höherer Preis berechnet, als Sie erwartet hatten. Welche Rechte haben Sie in diesem Fall?

Jeder soll seinen eigenen Beruf ausüben und die Themen, die Sie nicht verstehen, anderen überlassen. Einfach, nicht wahr? Der durchschnittliche Segler hält sich für technisch versiert, aber einen defekten Motor komplett zu zerlegen und zu reparieren, ist schon sehr viel verlangt. Also rufen Sie einen Techniker an. Und wenn Sie Ihr Boot umbauen lassen wollen, gehen Sie zu einer Werft Ihres Vertrauens. Es kommt jedoch häufiger vor, als man denkt, dass es zwischen dem Kunden und der Werft/Reparaturfirma zu einer Diskussion über die Höhe der Rechnung kommt. Vielleicht wurde damals ein Betrag vereinbart, aber dann wurden zusätzliche Arbeiten durchgeführt, die nicht ordnungsgemäß dokumentiert wurden, und der Kunde zahlt am Ende deutlich mehr.

Es kommt auch vor, dass Sie glauben, Sie hätten sich mit einem Mechaniker unverbindlich über eine Beschwerde unterhalten – zum Beispiel, dass der Motor nicht richtig funktioniert – und ihn bitten, „sich das mal anzusehen“, nur um dann eine saftige Rechnung für eine Reparatur zu erhalten, von der Sie überzeugt sind, dass Sie sie nie in Auftrag gegeben haben.

Es wurde kein Befehl erteilt.
Herr Verschueren stellte Probleme mit dem Motor seines Kahns fest und ließ ihn von einer Reparaturwerkstatt überprüfen. Anschließend übergab er den Motor ohne Rücksprache an den Importeur. Es wurde festgestellt, dass die Einspritzdüsen defekt waren. Der Importeur reparierte den Motor, wiederum ohne Rücksprache und somit ohne Angabe der Kosten, und schickte ihn an die Reparaturwerkstatt zurück. Die Reparaturwerkstatt stellte dem Kunden dann die ihm in Rechnung gestellten Arbeiten sowie einige zusätzliche Arbeiten in Rechnung. Insgesamt etwa 5.000 €. Herr Verschueren verweigerte die Zahlung, weil er nach eigenen Angaben gar keine Reparaturen, sondern nur Untersuchungen in Auftrag gegeben hatte.

Knifflig!
Tatsächlich gab es weder eine Bestellung noch eine Auftragsbestätigung. Es gab auch keine Schätzung der voraussichtlichen Kosten für die Reparatur. Auch den Reparateur traf keine große Schuld, denn er war vom Importeur vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Verschueren hatte jedoch seinen Stocherkahn mitgenommen und war ebenfalls in den Genuss der Reparatur gekommen. Immerhin funktionierte der Motor wieder. Er wusste auch, dass Reparaturen durchgeführt worden waren. In der anschließenden Diskussion erklärte Verschueren, wenn er gewusst hätte, dass die Reparatur so teuer werden würde, hätte er sie nie in Auftrag gegeben. Außerdem erklärte er, dass die Reparatur nicht unbedingt notwendig war und auch auf andere Weise hätte durchgeführt werden können.

Die Reparaturwerkstatt erklärte jedoch, dass die Reparaturen notwendig waren, und bestritt auch, dass sie anderswo billiger hätten durchgeführt werden können. In der Zwischenzeit hatte er auch seine Arbeitszeit reduziert. Schließlich stellte Verschueren fest, dass die Reparaturen ihm doch zugute gekommen waren. Er berechnete diesen Vorteil auf etwa die Hälfte der Gesamtrechnung, unabhängig davon, welchen Betrag er bezahlte. Ein Kompromiss, bei dem zumindest der Reparateur noch etwas bekam, obwohl er dem Importeur deutlich mehr zahlen musste und damit eigentlich einen Verlust erlitt. Es nützte ihm jedoch wenig, den Rechtsweg zu beschreiten, da es keinen Nachweis für einen Reparaturauftrag und auch keinen Kostenvoranschlag gab. Der Reparateur nahm den Verlust in Kauf, nach dem Motto „lieber ein halbes Ei als eine leere Schale“.

In diesem Fall war der Betrag, um den es ging, relativ gering und der Fall Verschueren war ein Nachteil. Wäre die Reparaturwerkstatt trotzdem vor Gericht gegangen, wäre Verschueren mit seiner eigenen Rechnung nicht so glimpflich davongekommen. Er sei nämlich durch die Reparatur „bereichert“ worden und habe daher den Reparateur „verarmt“. In einem Verfahren hatte das Gericht einen Sachverständigen mit der Berechnung eines angemessenen Preises beauftragt, den Verschueren unabhängig von seinem eigenen Gutachten hätte zahlen müssen. Dann hätte er das Schiff nicht nehmen dürfen!

Es wurde ein Befehl erteilt.
Was ist, wenn ein Auftrag erteilt wurde, die Arbeit aber viel teurer wird? Dies ist eine mögliche Situation im Falle der Vergabe von Aufträgen. Wichtig ist, dass das Gesetz festgelegt hat, dass der Auftraggeber einen angemessenen Preis schuldet, wenn der Preis bei Vertragsabschluss nicht festgelegt wurde oder nur ein Richtpreis festgelegt wurde. Dabei werden die Preise, die der Auftragnehmer üblicherweise verlangt, und die geweckten Erwartungen berücksichtigt. Wurde ein Richtpreis vereinbart, so darf dieser um nicht mehr als zehn Prozent überschritten werden, es sei denn, der Auftragnehmer hat dies rechtzeitig angekündigt. Auf diese Weise hat der Auftraggeber immer noch die Wahl, ob und wie er das Werk anpassen lässt.

Daher ist es wichtig, dass Sie als Auftraggeber so genau wie möglich aufzeichnen, was Sie bestellt haben, und Einblick in den empfohlenen Preis haben. Auf jeden Fall müssen Sie nicht akzeptieren, dass etwas doppelt so teuer wird wie vereinbart!

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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