Waterkampioen watersport magazine

Ähnlich = gleich.

Wie stark darf sich eine neue Innenverkleidung vom Original unterscheiden, wenn Ihr Schiff ein Segeldenkmal ist? Das ist kein mathematisches Problem, aber eine wesentliche Frage für die Behauptung von Karel Baas.

Karel Baas kaufte eine Lemsteraak, die in den 1930er Jahren gebaut wurde. Baas verliebte sich sofort in dieses einzigartige Stück seglerischen Erbes und beschloss, es nicht nur strahlen und streichen zu lassen, sondern es vollständig zu restaurieren und so für die Nachwelt zu erhalten. Da er kein Experte ist, zog Baas einen Experten hinzu. Die ursprüngliche Innenausstattung wurde fotografiert, da sie für die Restaurierung vollständig entfernt und später ersetzt werden musste, einschließlich Details wie Holzschnitzereien, Glasmalerei und beispielsweise der ausziehbare Käfig mit seinen Kupferschlitten. Da es sich um ein Spezialprojekt handelte, wandte sich Baas an eine Zimmerei, die Erfahrung mit dieser Art von Restaurierungsarbeiten hatte. Nach sechs Monaten machte die Werft einen Rückzieher mit der Begründung, es sei schwierig, die ursprüngliche Verkleidung wieder anzubringen. Die Werft erklärte, es sei schneller und billiger, eine neue Verkleidung anzubringen, die von der ursprünglichen nicht zu unterscheiden sei. Aufgrund dieser Zusage stimmte Baas nur widerwillig zu. Es wurde vereinbart, dass so viele Elemente der ursprünglichen Einrichtung wie möglich ersetzt werden sollten. Leider waren die Monate, wie so oft bei Projekten dieser Art, lang, und die Bauarbeiten wurden immer wieder verschoben und neu angesetzt. Baas erhielt die Rechnungen mit pünktlicher Regelmäßigkeit. Nachdem er drei Viertel der Schreiner-, Lackier- und Malerarbeiten bezahlt hatte, die Arbeiten aber erheblich hinter dem Zeitplan zurückgeblieben waren, hatte er die Nase voll. Die Emotionen gingen so weit, dass unter der Leitung eines Mediators neue Vereinbarungen getroffen wurden, um das Projekt zu einem positiven Abschluss zu bringen. Die Bauaufsichtsbehörde musste dann die geleistete Arbeit bewerten. Das Ergebnis war nicht ermutigend. Die neue Eiche wurde nicht in der gleichen Farbe wie die alte gestrichen, und die Lackierung war seidenglänzend, wo Hochglanz vereinbart worden war. Die Abmessungen der Schranktüren wurden verdoppelt, so dass weniger Türen benötigt wurden – so konnten arbeitsintensive Komponenten eingespart werden. Die Proportionen der Flächen in der Vertäfelung hatten sich verändert und die Ausrichtung der Leisten stimmte nicht überein. Daher passte sie überhaupt nicht zu der ursprünglichen Verkleidung. Die Treppe war schief angebracht worden, und die Holzteile waren sichtbar „zusammengeheftet“ worden, obwohl die Heftung zur Zeit der Anbringung der ursprünglichen Vertäfelung noch nicht erfunden worden war usw. usw.

Damit war der Streit eine Tatsache. Die Werft weigerte sich, den Bericht des Bauleiters zu akzeptieren, und verlangte die vollständige Bezahlung der Rechnung vor Abschluss der Arbeiten. Der Chef war der Meinung, dass es sich um einen vollständigen Ausfall handelte und zahlte nichts mehr. Die Angelegenheit eskalierte und es kam zu einem Gerichtsverfahren. Der Richter hat sich nicht eingehend mit der Materie befasst und bestellt einen Sachverständigen. Er muss nun beurteilen, ob die von der Werft gelieferte Arbeit den Erwartungen entsprach, die Baas zu Recht hegen konnte. Baas behauptet, die Parteien seien übereingekommen, dass eine authentische, dem Original entsprechende Verkleidung geliefert werden sollte. Die Werft sagt, dass nie über die Authentizität gesprochen wurde, sondern nur darüber, dass die Vertäfelung der alten ähneln sollte. Daher die einleitenden Worte dieses Artikels: Ist ähnlich gleichbedeutend mit gleich? Sollte sich Baas mit einer Verkleidung zufrieden geben, die in seinen Augen mehr mit einer Ikea-Einrichtung gemein hat als mit einer Einrichtung, wie sie vor einem Dreivierteljahrhundert entstanden ist? Sollte er sich mit Heftklammern statt mit Messingschrauben zufrieden geben? Der Sachverständige muss noch ein Gutachten erstellen und der Richter muss noch ein Urteil fällen, aber in jedem Fall werden sich die Dinge zwischen Baas und der Werft nie wieder normalisieren.

Tipp: Es macht einen großen Unterschied, ob Sie eine Tür aus dem Baumarkt einbauen lassen oder eine handgefertigte massive Eichentür mit Messingbeschlägen. Beide tun das, wofür sie gebaut sind, nämlich öffnen und schließen. Auch hier gilt: Wenn Sie ein Projekt in Angriff nehmen, das über die „Haus-, Garten- und Küchentischlerei“ hinausgeht, stellen Sie sicher, dass Sie die alte Situation mit einem Fachmann vollständig dokumentieren und klare Vereinbarungen darüber treffen, was von den Dingen, die ersetzt werden sollen, erwartet wird. Nehmen Sie so oft wie möglich Kontakt mit der Werft auf und lassen Sie sich die Arbeit anhand von Fotos zeigen. Auf diese Weise behalten Sie die Kosten unter Kontrolle und können rechtzeitig eingreifen, wenn die Arbeit nicht so läuft, wie Sie es sich vorgestellt haben.

Weitere Informationen oder ältere Artikel zum Herunterladen: https://www.anwb.nl/kampioen/algemeen/digitaal-archief

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