Frits Hommersom met groene bril

Eine Kiste mit sehr großem Blumenkohl

In diesem Artikel geht es um eine häufige Bestimmung in den Versicherungsbedingungen, nämlich um die elektrolytische Korrosion. Dies wird in der Regel von der Deckung ausgeschlossen, manchmal ausdrücklich und manchmal unter der Überschrift „allmähliche äußere Einwirkung“. Der folgende Fall zeigt jedoch, dass es Situationen gibt, in denen ein Bootseigner dennoch Anspruch auf Entschädigung/Deckung hat.

Als Herr Smits seine Bavaria 300 Sport an Land brachte, stellte er fest, dass auf dem Z-Antrieb große „Blumenkohlblüten“ geblüht hatten. Der Beginn eines Kampfes zur Beseitigung dieser Korrosionsschäden. Unmittelbar nachdem Smits die Korrosion an seinem Laufwerk bemerkt hatte, meldete er den Schaden bei seinem Mittelsmann. Der Versicherer gibt ein Sachverständigengutachten in Auftrag. Es stellte sich heraus, dass es einen kompletten Kurzschluss zwischen dem Z-Antrieb und der Erde des Landstromanschlusses gab. Die Ursache dafür war ein Massekabel zwischen dem Batterieladegerät und dem Motorblock. Der Sachverständige kommt zu dem Schluss, dass es sich um einen Schaden handelt, der auf eine langsame Einwirkung zurückzuführen ist. Es handelte sich also um normale Abnutzung – und der Versicherer lehnte den Anspruch ab. Smits hingegen argumentierte, dass es sich um ein externes Unglück handelte – genau die Art von Unglück, für die man eine Versicherung abschließt. Der Versicherer lehnte den Anspruch erneut mit der Begründung ab, dass die elektrochemische Korrosion („Verrostung“ des Aluminiums) durch den allmählichen Einfluss des verschmutzten Wassers vor dem Schiff entstanden sei.

In der Folge führen alle möglichen Stellen und Experten Untersuchungen durch. Ein Experte kommt zu dem Schluss, dass die direkte Masseverbindung von der Landstromversorgung über das Batterieladegerät zum Motor dazu führt, dass die Anlage elektrisch mit den umliegenden Schiffen „verbunden“ ist. Der Sachverständige kommt zu dem Schluss, dass ein solcher Schaden in so kurzer Zeit (7 Monate) entstanden sein könnte, weil irgendwann andere Nachbarschiffe neben der Smits festgemacht haben: zwei Stahlschiffe an der Stelle, wo früher eine Holz- und eine Polyesterjacht lagen. Der Z-Antrieb, der größtenteils aus Aluminium besteht, diente als Anode für diese Stahlschiffe. Ein Schlichter wird ernannt. Er kam zu dem Schluss, dass es sich um ein unglückliches Zusammentreffen von Umständen handelte, die teilweise auf die Verwendung falscher Anoden und das Vorhandensein der Stahlschiffe zurückzuführen waren. Aber ohne die Verbindung der Erde mit dem Motor, ohne einen Trenntransformator dazwischen, wäre der Schaden nicht aufgetreten.

Dennoch lehnte der Versicherer den Anspruch „auf Autopilot“ wegen der erwähnten allmählichen Einwirkung von Feuchtigkeit ab. Smits wurde auch vorgeworfen, sich nicht ausreichend um sein Schiff zu kümmern. Smits konnte also nicht weiterkommen und schaltete Herrn Hommersom ein. Er hat einen vom Gericht bestellten unparteiischen Sachverständigen (wir sind jetzt über zwei Jahre weiter). Der Sachverständige stellt fest: „Die Ursache ist eine Kombination aus elektrolytischer Korrosion, die durch den Spannungsunterschied zwischen der Landerde und dem Wasser, in dem das Schiff liegt, verursacht wird, und elektrolytischer Korrosion, die durch Streustrom aufgrund des Anlegens von Stahlschiffen in unmittelbarer Nähe verursacht wird. Die Korrosion ist extrem.“ Er kommt auch zu dem Schluss, dass Smits sich gut um sein Schiff gekümmert hat. Der Versicherer weigert sich weiterhin und Smits klagt. Er macht geltend, dass der Schaden durch die Versicherungsbedingungen gedeckt ist, da es sich um ein äußeres Unglück handelt. Außerdem fällt sie nicht unter die allmähliche Einwirkung von Feuchtigkeit und kann daher nicht unter Berufung auf diese Versicherungsbedingung ausgeschlossen werden.

Das Gericht muss schließlich feststellen, was genau eine „allmähliche Feuchtigkeitseinwirkung“ ist, und geht auf diese Beschreibung ein. Daraus lässt sich schließen, dass dies der Fall ist, wenn Feuchtigkeit in ein bestimmtes Material eindringt und dieses von innen heraus beschädigt.

Das Gericht erlaubte dem Versicherer nicht, die Behauptung, dass Korrosion per definitionem eine allmähliche Einwirkung von Feuchtigkeit impliziert, als Grund für die Ablehnung des Anspruchs zu verwenden. Feuchtigkeit war allenfalls einer der Faktoren. Auf der Grundlage der Schlussfolgerung des Sachverständigen bestätigte das Gericht, dass die Korrosion durch den Spannungsunterschied zwischen dem Erdboden an Land und dem Wasser, in dem das Schiff lag, verursacht wurde. Das Gericht folgte auch dem Argument, dass Smits sein Schiff gut gewartet habe. Das Gericht kam auch zu dem Schluss, dass bei Zweifeln über die Auslegung von Versicherungsbedingungen, die einseitig vom Versicherer formuliert wurden, diese zum Nachteil des Versicherers ausgelegt werden müssen. Es gab schon früher Urteile zu diesem Thema. Daher musste der Versicherer den Schaden an Smits bezahlen. Schließlich lagen zwischen der ersten Schadensmeldung und dem Gerichtsurteil mehr als 3,5 Jahre!

Tipp: Elektrolytische Korrosion kommt häufiger vor, als man denkt. Prüfen Sie, ob die bordseitige Anlage richtig angeschlossen ist. Überprüfen Sie auch die Anoden und achten Sie darauf, wenn benachbarte Gefäße durch Gefäße aus einem anderen Material ersetzt werden, insbesondere wenn sie von Nichtmetall zu Metall wechseln.

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