Frits Hommersom met groene bril

Die Rolle des Jachtsachverständigen im Streitfall

Die Rolle des Vermessungsingenieurs als Berater/Vermittler/Sachverständiger bei (Rechts-)Streitigkeiten im Yachtbau- und Wassersportsektor war das Thema eines von Hommersom Advocatuur organisierten Symposiums, das Ende Oktober in Utrecht auf großes Interesse stieß.

Es waren fast 80 Personen anwesend, darunter (Schadens-)Besichtiger, Makler mit technischer Affinität und Vertreter von Yacht- und Schiffsversicherern.
Frits Hommersom sprach über die Haftung des Gutachters und die Regelung der wesentlichen Mängel, wie sie in den HISWA- und NJI-Musterverträgen für Kauf und Verkauf festgelegt sind, die von vielen Unternehmen des Sektors verwendet werden. Die wichtigste Schlussfolgerung ist laut Hommersom, dass diese Haftung mit der Sorgfalt des Auftragnehmers und den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Parteien zusammenhängt. Der ehemalige Richter Evert Jan van den Berg erläuterte den Anwesenden aus juristischer Sicht, wie eine Sachverständigenprüfung aufgebaut ist, worauf es ankommt und vor allem, was ein förmlich bestellter gerichtlicher Sachverständiger zu beachten hat.

Eine Umfrage unter den Teilnehmern des Vortrags „Haftung des Sachverständigen“ ergab, dass nur eine Minderheit eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen hatte. Die Schlussfolgerung ist, dass die Verpflichtung eines Vermessungsingenieurs zwar grundsätzlich eine Verpflichtung zur Leistung nach bestem Wissen und Gewissen ist, dies aber die Haftung nicht unter allen Umständen ausschließen kann.
Letztlich wird die Leistung des Sachverständigen daran gemessen, was ein vernünftig handelnder Fachmann in einer ähnlichen Situation getan hätte. Auch in dieser Berufsgruppe ist eine Haftpflichtversicherung in Anbetracht der auf dem Spiel stehenden Interessen eigentlich unverzichtbar. Entlastungsklauseln haben nicht immer einen heiligenden Charakter und hängen von den Umständen des Falles ab.

In der Podiumsdiskussion wurde in Bezug auf die Vertragsklausel über die nachträgliche Prüfung/erhebliche Mängel geäußert, dass dies „sehr selten schief geht“ oder dass eine vorherige Prüfung vor allem Kosten verursachen würde, ohne dass der Verkauf gesichert wäre. Im Allgemeinen wurde erwähnt, dass die Möglichkeit einer Vorabkontrolle besteht oder zumindest nicht verboten ist, aber nicht aktiv gefördert wird. Diese Möglichkeit könnte dem Verbraucher auf eine proaktivere Art und Weise mitgeteilt werden, anstatt von einem Standardvertrag mit anschließender Kontrolle auszugehen. Ein Punkt, der ebenfalls näher erläutert werden muss, ist die Haftung des Verkäufers und des Yachtmaklers für Schiffe, die „wie besehen“ zu Tiefstpreisen oder darunter verkauft werden.

Das Thema „Bleiben Sie bei Ihren Leisten“ basierte auf der These, dass (technische) Sachverständige sich nicht mit kommerziellen Bewertungen befassen sollten, sondern dass dies den Maklern überlassen werden sollte. Daraus ergaben sich unterschiedliche Standpunkte. Das Ergebnis einer kommerziellen Bewertung eines Schiffes kann nämlich nicht allein auf der Grundlage einer rein kommerziellen Bewertung bestimmt werden, sondern wird auch durch den (technischen) Zustand des Schiffes, insbesondere durch etwaige Mängel, bestimmt. Es wurde vorgeschlagen, zusätzlich zu einer kaufmännischen Bewertung durch einen Makler auch ein technisches Gutachten durch einen Sachverständigen erstellen zu lassen. Die Kosten für die Behebung von Mängeln können z. B. auf der Grundlage von Kostenvoranschlägen einschlägiger Parteien ermittelt werden, so dass man sich ein realistisches Bild vom Wert eines Schiffes machen und eine wohlüberlegte Kauf-/Verkaufsentscheidung treffen kann.

n der Praxis scheinen Vorbesichtigungen und Wertgutachten im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Versicherung sehr kurz zu sein. Sowohl für den Versicherten als auch für den Versicherer ist es wichtig, sich eine fundierte Meinung über den Zustand und den Wert des zu versichernden Schiffes sowie über das versicherte/versicherbare Risiko bilden zu können.

Die Versicherer sind der Meinung, dass die Berichte sehr kurz sind, und die Zuhörer antworteten, dass die Sachverständigen im Rahmen des vereinbarten Tarifs nur eine begrenzte Anzahl von Komponenten prüfen können. Ein Vorinspektionsbericht sollte eine Reihe von Mindestanforderungen erfüllen und aus einer Prüfung, einer Stellungnahme und einer Beratung für den Kunden und den Versicherer zu bestimmten Themen bestehen. Ein Vorschlag, der näher ausgeführt werden sollte, ist, dass nach dem Beispiel der Automobilindustrie eine Art regelmäßiger Gesundheitscheck der Schiffe angestrebt werden sollte, bei dem der Stand der Dinge in Bezug auf eine Reihe wesentlicher Komponenten aktualisiert wird, damit die Risiken sowohl für den Versicherten als auch für den Versicherer angemessen erfasst werden können.

Aus der Lebhaftigkeit der Diskussion, auch während des anschließenden Networking-Empfangs, lässt sich schließen, dass das Symposium als nützlicher Anstoß für weitere Konsultationen zwischen den verschiedenen Organisationen gesehen wurde.

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