KNMC watersport magazine

Wechseln Sie Ihr Schiff, wechseln Sie Ihre Versicherung

Es gibt nichts Schöneres, als seinen seglerischen Stolz mit allen erdenklichen Einrichtungen und Details auszustatten. Herr und Frau Jacobus haben die Erfahrung gemacht, dass manchmal andere Details aus den Augen verloren werden.

Vor zehn Jahren kauften Herr und Frau Jacobus ein gebrauchtes Stahlkajütboot von etwa 15 Metern Länge, mit dem sie nach ihrer Pensionierung die europäischen Binnengewässer bereisen wollten. Die Anschaffung war preiswert, aber im Gegenzug mussten sie erhebliche Investitionen tätigen, um ihr Segelvergnügen zu optimieren. Im Laufe der Jahre wurde die Innenverkleidung für rund 35.000 Euro komplett erneuert und ein neuer Iveco-Motor mit Python Drive für rund 20.000 Euro eingebaut. Für einen Betrag von etwa 5.000 € wurden alle Bänke im Schiff neu gepolstert und die Vorhänge ersetzt. Mit allen Modifikationen am Schiff beliefen sich die Investitionen in einigen Jahren auf etwa eine Tonne. Und dann geschah das Undenkbare: Während die Türen im vorderen Bereich lackiert wurden, brach im Heck ein Feuer aus. Trotz der Hilfe aller Beteiligten im Hafen konnte ein erheblicher Schaden am Schiff nicht verhindert werden.

Gegenstand der Beschädigung.
Jacobus reichte seine Forderung bei seinem Versicherer ein. Seine Yacht war mit einer so genannten Versicherungssumme von 104 000 Euro plus 16 000 Euro für das Antriebssystem versichert. Der Hausrat war mit zwanzig Prozent des Versicherungswerts des Schiffes, etwa 21 000 Euro, versichert. Der Sachverständige kam vorbei und ermittelte eine Schadenssumme von 50 000 Euro. Der Versicherer zahlte diesen Betrag jedoch nicht aus und berief sich auf eine Unterversicherung.

Unterversicherung.
Unterversicherung bedeutet, dass die Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert. Das Gesetz sieht vor, dass ein Versicherer nicht verpflichtet werden kann, mehr als die Versicherungssumme zu zahlen. In einem solchen Fall muss die Entschädigung anteilig gezahlt werden. Die Zahlung wird nach folgender Formel berechnet: Zahlung = (Versicherungssumme/Istwert) x Schadenhöhe.

Im Fall von Jacobus bedeutete dies Folgendes: Das Boot war für 141 000 Euro versichert, der Schaden beläuft sich auf 50 000 Euro. Nach Überprüfung der Versicherungssumme stellte sich heraus, dass der tatsächliche Wert bei 175 000 € lag. Nach Anwendung der obigen Formel: 141K/175K x 50K führt zu einer Schadensersatzzahlung von 40.285,7 €. Von der Forderung verbleiben fast 10 000 € auf dem Konto von Jacobus. Die Versicherungssumme war um 29.000 Euro zu niedrig, wofür eine anteilig niedrigere Prämie gezahlt wurde.

James erlitt einen solchen Schlag, weil er den Versicherungswert in seiner Police nie angepasst hat. Bei einer Versicherung auf der Grundlage der Versicherungssumme wird zu Beginn der Versicherung ein fester Betrag festgelegt, der im Schadensfall als Ausgangspunkt dient, unabhängig davon, ob er auf einem Gutachten beruht oder nicht.

Wenn sich der Wert eines Schiffes erhöht, z. B. weil Sie erhebliche Investitionen/Verbesserungen vornehmen, die über die normale Instandhaltung hinausgehen, bleibt die ursprüngliche Versicherungssumme gültig, solange Sie nicht z. B. eine neue Bewertung vornehmen lassen. Wo die Arbeit von Jacobus also den Wert des Schiffes erhöht hatte, bekam er nichts. Der Wert des Schiffes war im Laufe der Jahre auf 175.000 Euro gestiegen, aber er wurde nur auf der Grundlage der Versicherungssumme von 141.000 Euro entschädigt. Die Position des Versicherers entsprach genau den Versicherungsbedingungen; die Investitionen von James hatten sich buchstäblich „in Luft aufgelöst“.

TIPP: Zweifellos werden Sie auch in Ihr Boot investieren, nicht nur wegen der regelmäßigen Wartung, sondern auch, weil ein Motor ausgetauscht werden muss oder Sie die Innenausstattung modernisieren wollen. Wenn diese Investitionen zu einer Wertsteigerung der Yacht führen, sollten Sie dies festhalten und die Yacht gegebenenfalls neu bewerten lassen. Dies kann in regelmäßigen Abständen oder nach einer größeren Überholung, z. B. einem neuen Motor, geschehen. In den meisten Fällen ist eine solche Neubewertung kostenlos. Die geringe Erhöhung der Prämie wiegt nicht den enormen finanziellen Schaden auf, der entsteht, wenn die Yacht durch die Umstände verloren geht. Vergewissern Sie sich schließlich, dass Sie eine ordnungsgemäße Inventarliste führen, damit Sie im Schadensfall dem Versicherer den Inhalt leicht nachweisen können.

Erste Risikoklausel.
Bitte beachten Sie! Es handelt sich hierbei um sogenanntes Ordnungsrecht. Ein Versicherer kann etwas anderes vereinbaren. Die so genannte „premier risque“-Klausel bedeutet, dass der Schaden unabhängig davon, ob eine Unterversicherung vorliegt, vollständig ersetzt wird, solange er unter der Versicherungssumme bleibt. Prüfen Sie Ihre Police!

Überversicherung.
Der umgekehrte Fall ist die Überversicherung: Die Versicherungssumme ist höher als der tatsächliche Wert. Da das Gesetz vorschreibt, dass ein Versicherter nach einem Schaden nicht besser dastehen darf (Entschädigungsprinzip), sind die Entschädigungszahlungen auf den tatsächlichen Wert begrenzt. Jeder Schaden wird in vollem Umfang ersetzt, aber der Versicherte erhält nie mehr als den tatsächlichen Schaden, für den Sie eine Prämie gezahlt haben, so dass es sich auch hier lohnt, aufmerksam zu sein.

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