KNMC watersport magazine

Beschädigung durch loses Boot (I)

Im Herbst und Winter toben manchmal Stürme über die Niederlande, und in der Regel wird hier und da eine Yacht in einem Yachthafen beschädigt, wobei meist (zum Glück) nur Sachschaden entsteht. Manchmal wird der Schaden dadurch verursacht, dass ein anderes Schiff mit dem Ihren in Berührung kommt. Aber wie und von wem kann man solche Schäden einfordern? Für viele Wassersportler ist es ein Horrorszenario: Man hat alles getan, um sein Boot sicher zu vertäuen, und dann entsteht ein Schaden, weil das Boot eines anderen auf Grund gelaufen ist. Aber für diejenigen, die gut versichert sind, und das sind die meisten Jachteigentümer, muss dies nicht zu einem finanziellen Drama werden.

Die Schadenregulierung durch Ihre Versicherungsgesellschaft erfolgt in zwei Phasen. Zum einen geht es um die Bewertung und Zahlung des Schadens und zum anderen um die mögliche Rückforderung des Schadens von der haftbaren Partei. Nachdem Sie den Schaden Ihrem Versicherer gemeldet haben, schickt dieser in der Regel einen Sachverständigen, der den Schaden und die Reparaturkosten beurteilt. Bei dieser Schätzung des Schadens kann der so genannte „Neu für Alt“-Abzug zum Tragen kommen. Wenn zum Beispiel Ihr Mast kaputt ist, der aber schon fünfzehn Jahre alt ist, wären Sie „besser dran“, wenn Sie Geld für einen komplett neuen Mast erhalten würden. Das Alter wird also berücksichtigt, es sei denn, Sie haben eine Versicherung, die auf der Grundlage des Neu-/Kaufwerts zahlt. Sie sollten die Versicherungsbedingungen prüfen. Der Gutachter untersucht in der Regel auch die Ursache des Schadens. In dem oben genannten Fall handelt es sich um ein „äußeres Unglück“, und ein dadurch verursachter Zusammenstoß ist durch die Versicherung gedeckt. Damit ist die Angelegenheit für den Geschädigten erledigt. Nachdem der Versicherer in solchen „Kollisionsschäden“ gezahlt hat, möchte er wissen, ob er den von ihm gezahlten Schaden von dem Verursacher zurückfordern kann.

Das Kollisionsrecht sieht vor, dass ein Verschulden vorliegen muss, um eine Haftung zu begründen. Im Falle eines Unfalls oder höherer Gewalt besteht keine Haftung. In der Rechtsprechung wird von „Verschulden des Schiffes“ gesprochen, wenn ein Fehler von einer Person begangen wurde, für den der Eigentümer des Schiffes haftet, oder weil das Schiff unter den gegebenen Umständen nicht den Anforderungen entsprach, die man von ihm erwarten konnte (ein Mangel). Eine verschuldensunabhängige Haftung für Schäden ist uns nicht bekannt. Jemand ist nicht haftbar, weil er zufällig der Eigentümer des Schiffes ist, das den Schaden verursacht. Ein Fehler oder Mangel muss wirklich nachgewiesen werden. Eine Berufung auf höhere Gewalt wegen eines Sturms wird nicht so schnell Erfolg haben, denn es muss Windstärke 12 oder mehr herrschen.

Es muss daher untersucht werden, wie sich das beschädigte Schiff lösen oder „kentern“ konnte. Stellt sich beispielsweise heraus, dass bei der Sicherung des Schiffes unzureichende Vorkehrungen getroffen wurden, kann das Schiff dafür verantwortlich gemacht werden, und die Haftung liegt beim Eigner. Er hätte doppelt sichern oder nicht quer zum Wind festmachen sollen. Es ist auch möglich, dass das Schiff ordnungsgemäß vertäut war, dass aber z. B. die Verankerungspunkte am Steg oder die Poller defekt zu sein scheinen. In diesem Fall muss untersucht werden, ob der Steg/die Poller geeignet waren, das Schiff zu halten. Es kann sich herausstellen, dass der Steg/Poller nicht den Anforderungen entsprach, die vernünftigerweise an ihn gestellt werden können, und dass das Schiff infolgedessen auseinanderbrach. In diesem Fall liegt möglicherweise ein Fehler der für den Kai, die Mole oder den Hafen zuständigen Hafenbehörde vor. Sie hätten die Poller besser kontrollieren oder warten oder dem Schiff einen anderen Liegeplatz zuweisen müssen. Die Hafenbehörde wiederum liegt in der Regel in der Verantwortung einer Gemeinde.

Dies war zum Beispiel bei den Schäden im Jachthafen Urk im Januar 2018 der Fall, als sich während eines Sturms die sogenannte „Arche Noah“ löste und mehrere Jachten beschädigte. Die Schadensuntersuchung wird zeigen, was die so genannte „am weitesten entfernte Ursache“ für den Verlust des Schiffes war. Auf dieser Grundlage wird ein Versicherer einen Haftpflichtanspruch gegen den Eigentümer des Bootes und/oder die Gemeinde geltend machen. Kann keine gütliche Einigung erzielt werden, wird die betreffende Partei auf Schadensersatz verklagt. Glücklicherweise müssen Sie sich als Versicherter darüber keine Sorgen machen. Ihr Schaden wird in jedem Fall ersetzt, so dass Sie in der nächsten Saison wieder segeln können.

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