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Vom VAR zur Mustervereinbarung, Segen oder Fluch?

Seit dem 1. April 2016 ist die VAR (Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis) abgeschafft worden. Ab diesem Zeitpunkt müssen Auftraggeber und Selbstständige ihre Vereinbarungen in einem so genannten Mustervertrag festhalten. Was bedeutet diese Änderung für den Kunden und den Freiberufler und sollten wir uns darüber freuen?

Der VAR kann vom Freiberufler angefordert werden, wenn er für einen oder mehrere Kunden arbeitet. Der Kunde wusste also, dass er es mit einem Selbstständigen zu tun hatte, und konnte gefahrlos einen Vertrag abschließen, ohne Gefahr zu laufen, dass dieser zu irgendeinem Zeitpunkt als Arbeitsvertrag ausgelegt werden könnte. Die Regierung wollte diese VAR-Erklärung abschaffen, um gegen so genannte Scheinkonstruktionen vorzugehen, bei denen jemand tatsächlich als Arbeitnehmer fungierte, aber dennoch nicht den rechtlichen Schutz eines Arbeitnehmers genoss. Für den Arbeitgeber war das VAR-Verhältnis attraktiv, da er keine Lohnsteuer einbehalten oder zahlen musste und das Verhältnis leicht beendet werden konnte, ohne dass es zu arbeitsrechtlichen Kündigungsverboten kam.

Mustervereinbarung.
Seit dem 1. Mai 2016 gilt das Gesetz zur Deregulierung von Arbeitsverhältnissen. Folglich können Auftraggeber und ihre selbständigen Kollegen nur auf der Grundlage eines so genannten Mustervertrags zusammenarbeiten, einem Dokument, das für jeden Sektor und jede Berufsgruppe erstellt wird und in dem unter anderem festgehalten wird, dass die Beziehung zwischen dem Auftraggeber und dem Selbständigen kein Arbeitsverhältnis darstellt und wie die spezifischen Vereinbarungen über die Arbeit aussehen. Diese Mustervereinbarungen können bei der Steuer- und Zollverwaltung eingereicht werden, die die Vereinbarung innerhalb von sechs Wochen nach ihrer Einreichung prüft. Der Ausgangspunkt ist, dass die Parteien, wenn eine Mustervereinbarung genehmigt wird, zusammenarbeiten können, ohne das Risiko eines Arbeitsvertrags einzugehen. Dieses Abkommen hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Auf der Website der Steuerbehörden gibt es bereits zahlreiche Mustervereinbarungen als Beispiele.

Weitergabe von Risiken.
Die Frage ist, ob dieses neue Gesetz die gewünschte Wirkung haben wird. Schließlich wird erwartet, dass der Auftraggeber das Risiko dieser Vereinbarung und einer möglichen Abgabe auf den Selbstständigen abwälzt. Das größte Risiko besteht darin, dass diese Verträge nur die Beziehung zum Kunden regeln und dass das Vorliegen einer selbständigen Tätigkeit (die als wichtigste Voraussetzung für das Nichtvorliegen einer Beschäftigung gilt) im Allgemeinen in einem umfassenderen Sinne als nur das einzelne Arbeitsverhältnis betrachtet werden sollte. Wie bereits erwähnt, spielt die Anzahl der Kunden der betreffenden Person eine Rolle bei der Beurteilung, ob ein unternehmerisches Risiko besteht. Auch bei einem hohen Maß an wirtschaftlicher Abhängigkeit ist das Risiko, ein Arbeitnehmer zu sein, hoch.

Die Erstellung eines Mustervertrags ist für einen Unternehmer nicht so einfach. Was muss enthalten sein, um zu vermeiden, dass (im Nachhinein) der Schluss gezogen wird, dass es sich um einen Arbeitsvertrag handelt? Im Gegensatz zur VAR-Meldung können beide Parteien zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen und ähnlichem verpflichtet werden, wenn eine Vereinbarung weiterhin als Arbeitsvertrag gilt. Mit dem VAR ging der Auftraggeber in dieser Hinsicht kein Risiko ein.

Tipps.
Die Yachtbauindustrie (die in großem Umfang auf Selbständige zurückgreift) wird mit dem neuen Gesetz und den Musterverträgen arbeiten müssen. Für den Fall, dass ein Yachtbauer den Mustervertrag selbst erstellt, hier ein paar Tipps.
Beachten Sie, dass die Kriterien für den Abschluss eines Arbeitsvertrags aus folgenden Elementen bestehen: persönliche Arbeit, bezahlte Arbeit und ein Autoritätsverhältnis.
Der Auftragnehmer muss ausgetauscht werden können, ohne dass der Auftraggeber ein Mitspracherecht hat. Ebenfalls wichtig: Vermeiden Sie eine Beziehung der Autorität. Mit anderen Worten: Der Auftragnehmer ist frei, den konkreten Inhalt der Arbeiten zu bestimmen und sie auf seine Weise auszuführen.
Der Auftraggeber darf die Arbeit des Auftragnehmers weder anweisen noch beaufsichtigen.

Riskant: wenn der Auftragnehmer alle Anweisungen und Weisungen eines Auftraggebers befolgen muss oder wenn er nach den Weisungen des Auftraggebers arbeiten muss.

Mehrere Direktoren.
Ein weiteres wichtiges Kriterium: Wenn der Auftragnehmer nur für einen Auftraggeber arbeitet, läuft der Auftraggeber auch Gefahr, dass er früher einen Arbeitsvertrag abschließt. Es ist wichtig, mit dem Auftragnehmer zu klären, ob er auch mehrere Auftraggeber hat. Der Auftragnehmer muss seine eigenen Werkzeuge, Hilfsmittel und Materialien bereitstellen und selbst bezahlen. Vereinbaren Sie auch klar, wann der Auftrag abgeschlossen und abgeliefert werden soll. Wenn die betreffende Arbeit abgeschlossen ist, muss ein neuer Vertrag für eine neue Arbeit abgeschlossen werden. In jedem Fall muss der Freiberufler im Unternehmen des Auftraggebers eindeutig als Selbständiger erkennbar sein. Entstehen bei der Ausführung der Arbeiten Schäden, so haftet der Auftragnehmer persönlich dafür. Der Auftragnehmer befasst sich auch mit Beschwerden von Dritten über ihn und seine Arbeit.

Lassen Sie im Zweifelsfall den Mustervertrag von einem Rechtsanwalt erstellen und von der Steuer- und Zollverwaltung prüfen! Bis zum 1. Mai 2017 gilt eine Kulanzregelung, danach muss die Beziehung in einer Mustervereinbarung verankert werden!

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Frits Hommersom met groene bril

"Sie haben das Recht auf einen Anwalt, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen!

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