Deining

Sind Sie ein Skipper, ein Fahrer oder beides?

Der folgende traurige Fall zeigt, dass Bootsfahrten mit zu viel Alkohol auch zu unangenehmen Bootsfahrten werden können.

Nach einem Besuch in einer Bar will einer von G.s Freunden das Ruder von G.s robustem Schnellboot übernehmen. Als er mit zu hoher Geschwindigkeit unter einer Brücke hindurchfuhr, schätzte der Freund die Höhe falsch ein und schlug mit dem Kopf gegen den steinernen Brückenrand. Er starb auf der Stelle. G. wurde strafrechtlich verfolgt; kurz gesagt, er wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Als Kapitän hatte G. einem Passagier ohne Führerschein und unter Alkoholeinfluss erlaubt, das Schiff zu steuern, wodurch der Unfall zu seinem Verschulden wurde.

Kann G. zum Zeitpunkt des Unfalls als Kapitän des Bootes angesehen werden? G. ist anderer Meinung: Weil sein Freund am Ruder war, sollte er als Kapitän angesehen werden. Die Artikel 1.02 bis 1.04 der Binnenschifffahrtspolizeiverordnung (BPR) verpflichten den Schiffsführer, in Ermangelung ausdrücklicher Vorschriften alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, die nach guter Seemannschaft oder nach den Umständen, in denen sich das Schiff befindet, erforderlich sind.

Tatsächliche oder maßgebliche?
Die parlamentarische Geschichte zeigt eine Unterscheidung zwischen dem Schiffsführer (Fahrer), der tatsächlich den Kurs und die Geschwindigkeit des Schiffes bestimmt, und der Person, die als verantwortlicher Schiffsführer handelt. Beide können Schiffsführer im Sinne des BPR sein, ohne dass diese in einer Person vereint sein müssen. Die BPR legt fest, dass der Schiffsführer eines Hochgeschwindigkeits-Motorbootes für die Einhaltung der Artikel 8.05 und 8.06 verantwortlich ist, gerade weil der Schiffsführer nicht immer mit der Person identisch ist, die ein Hochgeschwindigkeits-Motorboot führt.

Das Gericht stellte fest, dass G. die Vollmacht nicht vollständig (ausdrücklich) übertragen hatte. G. war zwar als „De-facto-Skipper“ zurückgetreten und das Opfer verhielt sich als „De-facto-Skipper“, aber G. war immer noch „amtierender Skipper“ im Sinne der BPR. Das Gericht entschied außerdem, dass der Alkoholkonsum zu hoch war, als dass er das Boot ordnungsgemäß hätte steuern können, und dass Gs Handlungen als erheblich fahrlässig eingestuft wurden. G. wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Entgegen der Forderung des Staatsanwalts verhängte das Gericht keine Strafe gegen G..
Der Richter hielt die Auswirkungen des Falles an sich für eine ausreichende Strafe. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, und das Berufungsgericht hielt neben der Einziehung des Bootes von G. auch eine Strafe für angemessen. Das Berufungsgericht verhängte gemeinnützige Arbeit und ein Verbot des Führens von Schiffen (als Verantwortlicher).

Sie bleiben also (fast) immer für Ihre Mannschaft verantwortlich! Wie am Steuer eines Autos gilt auch am Steuer ein maximaler Alkoholpegel von 0,5 Promille. Das Segeln unter Alkoholeinfluss kann mit einer Geldstrafe belegt werden. In schweren Fällen kann die Lizenz entzogen werden.

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Frits Hommersom met groene bril

"Sie haben das Recht auf einen Anwalt, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen!

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